04/10/16

Wer Grenzen überwinden will, muss den Flüssen folgen

Die IBA Basel setzt mit Ausstellungen und Projekten neue Wegmarken im Dreiländereck Deutschland – Schweiz – Frankreich

von Annette Hoffmann

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Timo Alt & Laurie Mlodzik, DIN EN 545, 2016, Foto: IBA Basel
Ausstellungen, die darstellen, was die Zukunft bringen soll, haben ein Anschaulichkeitsproblem. In der Basler Voltahalle löst man es mit viel Technik. Dort ist derzeit die IBA Basel Expo zu sehen, gerade gegenüber den Büroräumen der Internationalen Bauausstellung Basel (IBA) auf der gegenüberliegenden Seite. Von dort kann man fast auf das Dreiländereck schauen, an dem Frankreich, die Schweiz und Deutschland aufeinander stoßen. Es ist der eigentliche Kristallisationspunkt der IBA Basel, deren Tätigkeit auf zehn Jahre angelegt ist. Doch genau genommen geht es nicht um Grenzen, sondern um ihr Hinterland und die Frage, wie eine trinationale Region gemeinsam, wenn nicht gar zusammenwachsen kann. Eine Simulation in der Voltahalle zeigt verschiedene Entwicklungsstufen, wie die Region zu Beginn des 20. Jahrhunderts aussah, wie der gegenwärtige Stand ist und wie es hier in einigen Jahren sein könnte. Dabei werden drei Bereiche hervorgehoben, die Entwicklung von Landschaftsräumen, der Stadt und des Zusammenlebens. Der Hafenbereich ist in der Zukunftsvision bebaut. Die Nutzung und die Frage der Bebauung rund um das Hafenbecken war und ist der Zankapfel der IBA Basel. Mit der IBA sind auch wirtschaftliche Interessen verbunden, Prozesse der Gentrifikation werden da nicht ausbleiben.

Das eine ist der politische Prozess, wie er sich auch in den Hörstationen darstellt. Drei Länder heißt eben auch drei Rechtssysteme und drei unterschiedlich arbeitende Verwaltungen. Das andere sind die Projekte, die bereits im Rahmen der IBA stattgefunden haben und noch stattfinden werden, wie etwa der ausgebaute Rheinuferrundweg. Auch die Ausstellung, die den Anspruch hat, die trinationale Metropolitanregion für Besucher interaktiv erlebbar zu machen, wird aktuell von Projekten begleitet. Studierende der Hochschulen Kunst Design Musik (Freiburg), Gestaltung und Kunst (Basel) sowie der Haute Ecole des Arts du Rhin (Mulhouse/Strasbourg) haben sich in der Freiluftausstellung „WasserSpiele“ mit der Wiese befasst und entlang des Flusses in Basel, Riehen, Lörrach und Weil am Rhein sieben Arbeiten verwirklicht. Diese befassen sich mit dem Lebensraum Wiese sowohl als Erholungsgebiet als auch als Biotop. Sie folgen dem Fluss und greifen etwa die Trinkwasseraufbereitung auf oder den charakteristischen Klang der Wiese.        

 

IBA Basel Expo.
Voltahalle
Voltastr. 27, Basel.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 12.00 bis 19.00 Uhr, Samstag und Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr.
Bis 20. November 2016.


WasserSpiele.
Kunst im Landschaftspark Wiese, Basel, Riehen, Lörrach, Weil am Rhein.
Bis 20. November 2016.

 




IBA Basel