10/12/15

Special Jahresschauen 2015/16 Teil 2

Plötzlich diese Übersicht

von red.

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Lotte Meret Effinger, Cosmetics, 2014, courtesy the artist
Wenn Ende November die traditionellen Jahresschauen der regionalen Kunstszenen eröffnen, dürfte es wieder eng werden – nicht nur am Vernissagen-Büffet, sondern auch an den Wänden der rund 40 beteiligten Ausstellungshäuser. Über 500 Künstlerinnen und Künstler wurden in diesem Jahr von den Jurys ausgewählt, um ihre Arbeiten zu präsentieren. Es gibt also viel zu schauen. Doch was genau ist es eigentlich, was wir da zu sehen bekommen? Worum geht es den Künstlerinnen und Künstlern? Was treibt sie an?

Um das herauszufinden,  baten wir zehn Kunstschaffende, die uns in der letzten Zeit auffielen, etwas über die Arbeiten zu erzählen, mit denen sie sich am diesjährigen Panorama der Jahresausstellungen beteiligen.  

 

Lotte Meret Effinger

*1985 in Berlin, lebt und arbeitet in Karlsruhe

Ästhetisch. Fasziniert. Angezogen. Konfus. Glorifizierend. Defensiv. Begehrend: Schizophren untersuche ich visuelle Sprache in Werbung, Wirtschaft und 

Popkultur. Diese Studien konfrontiere ich mit meinen Auseinandersetzungen mit

politischen, sozialen und feministischen Themenfeldern. So entstehen Videoproduktionen,

Performances, Installationen und Publikationen.

MAKE LOVELY CONNECTIONS NOT BORING ADAPTIONS.

Radikal philosophische Lebenskonzepte spiegeln sich in

atemberaubenden Oberflächen. Zerfließende Formen der Repräsentation bilden organische Strukturen. Eine ambivalente Auseinandersetzung in aufgewühlten Hierarchien gegen die vereinfachende Identitätspolitik.

Lotte Meret Effinger

— Regionale 16, Kunsthalle Basel, 29.November 2015 bis 3. Januar 2016

 

 

Tamara Hauser

*1986 in Zürich, lebt und arbeitet in Bern

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Tamara Hauser, Zeichenvorratskammer - ein Capriccion, 2015, Installation, angelegt als Setting für unterschiedliche Performances, courtesy the artist
Mein Werkverständnis beruht auf der Konstruktion eines modularen Systems, wobei sich die Installationen anhand eines bestehenden Formenvokabulars flexibel aufbauen lassen. Im Falle des Werks „Zeichenvorratskammer – ein Capriccio“ handelt es sich um einem Mix an Object trouvés, welche eine uns bekannte, alltäg­liche Ästhetik und Sprache mitbringen und eigens mit Hilfe von neuen Technologien erzeugten Fabrikaten.

Mit der Herstellung einer Grundordnung, respektive der Aufteilung des Raumes in ein unsichtbares Raster, lässt sich das Formenvokabular immer wieder neu installieren und fungiert im Sinne eines Baukastens.

Die „Zeichenvorratskammer“ wird als Prozess, als eine offene Entwicklung verstanden, die durch die Zusammenarbeit mit den Musikerinnen und Musikern gekennzeichnet ist, welche die Installa­tion als dreidimensionale Notation im Raum musikalisch interpretieren. Mit Hilfe der „Zeichenvorratskammer“ versuche ich persönliche Fragen zu Kompositions-, Interpretations- und Improvisa­tionsstrategien zu klären.

Tamara Hauser

— Cantonale Berne Jura, Kunsthaus Langenthal, 10. Dezember 2015 bis 10. Januar 2016

 

Bianca Pedrina

*1985 in Basel, lebt und arbeitet in Basel und Wien

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Bianca Pedrina, Tagebuch einer Hausecke, 2015, courtesy the artist
Im Kunsthaus L6 präsentiere ich zur Regionale erstmals mein neues Werk „Tagebuch einer Hausecke“. Seit zwei Jahren arbeite ich an dieser 18 Meter langen Fotoinstallation. Über den Zeitraum eines Jahres habe ich den immer gleichen Dachvorsprung über meiner Terrasse in Basel fotografiert. Daraus ist ein Tagebuch in 360 Bildern entstanden.

Die Motive werden auf Aludibond-Platten gedruckt und in ein posterähnliches Displaysystem gehängt, wie man es etwa aus Museumsshops kennt. Die Betrachter werden dazu aufgefordert, im Tagebuch zu blättern und so das jeweilige Aussehen der Installation in ständigem Wandel zu halten.

Zeitgleich werden zwei weitere Arbeiten im Freiburger T66 ausgestellt, die sich jeweils, auf humorvolle Weise, mit dem Realitätsbegriff in der Fotografie auseinander setzen und sich formal auf das „Tagebuch einer Hausecke“ beziehen.

Bianca Pedrina

— Regionale 16, Kunsthaus L6, Freiburg, 28. November 2015 bis 3. Januar 2016

— Regionale 16, kulturwerk T66, Freiburg, 28. November bis 20. Dezember 2015