23/06/15

Landpartie Teil 3

Wenn der Sommer naht, wagt sich auch die Kunst nach draußen. Ein guter Grund, ihr zu folgen

von red.

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David Bill, Installationsansicht, Skulpturenbiennale am Kulturort Weiertal

Wenn der Sommer naht, wagt sich auch die Kunst nach draußen. Ein guter Grund, ihr zu folgen

 

Fruchtland

Bern

Wer einmal das Zentrum Paul Klee besucht hat, der weiß, dass es sich an einem stimmigen Ort befindet. Hinter dem Museumsbau von Renzo Piano erstreckt sich am Rande von Bern – wie die Adresse schon sagt – Fruchtland. Auch die wellige Dachkonstruktion des Gebäudes greift mit seiner Ähnlichkeit zu Ackerfurchen das Bild des Fruchtlandes auf, das auf ein Werk von Paul Klee aus dem Jahr 1929 zurückgeht. Und auch für den Künstler selbst waren Momente des Wachstums bekanntlich besonders wichtig. So weit, so schlüssig. Doch nun geht das Zentrum Paul Klee zusammen mit der Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften und der Stiftung Biovision noch einen Schritt weiter und wird 2,5 Hektar Ackerfläche nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaften. In Bern denkt man da vor allem an die Biene – vielleicht auch, weil der Schweizer Autor Ralph Dutli in „Das Lied vom Honig“ so eindrucksvoll an die ökologische und kulturelle Bedeutung der Bienen erinnert hat. So werden in unmittelbarer Nähe des Zentrum Paul Klee Sonnenblumen- und Maissorten angesät, die für Bienen besonders interessant sind – damit aus dem metaphorischen Fruchtland nun auch ein ganz konkretes werden kann. Wir sind gespannt, wann der erste Fruchtland-Honig im Museumsshop erhältlich sein wird.

 

Skulpturen Biennale

Kulturort Weiertal

Weiertal muss einen besonderen Genius Loci haben. Nicht nur ist es hier, unweit von Winterthur gelegen, einfach ziemlich grün und idyllisch, alle zwei Jahre findet auf dem schönen Anwesen auch eine Skulpturenausstellung statt, welche die wichtigsten und interessantesten Künstlerinnen und Künstler der Schweiz versammelt. Verantwortlich dafür sind Maja von Meiss und Guido Magnaguagno, der – bestens vernetzt in der Schweizer Szene – die aktuelle vierte Ausgabe der Skulpturen Biennale kuratiert hat. In diesem Jahr werden Künstlerinnen und Künstler wie Manon, Beni Bischof, Ursula Palla und Mario Sala sowie Reto Boller die kaum gezähmte Natur mit einer temporären Ausstellung bespielen. Das Spektrum der gezeigten Arbeiten und vertretenen Medien ist groß. Begleitet wird die Freiluftschau durch Künstlerführungen, Picknicks und Vorträge. Keine Frage: Der Besuch der Skulpturen Biennale im Kulturort Weiertal verspricht einen lohnenden Ausflug. Wie in den vergangenen Jahren werden hier übrigens auch 2015 zwei Kunstpreise verliehen.

Bis 13. September 2015.

 

Sammlung Grässlin

St. Georgen

Der Kunstraum der Sammlung Grässlin ist ein White Cube mit internationalem Flair, und doch geht es in St. Georgen familiär zu. Sammeln ist bei den Grässlins Tradition und die Beziehung zu ihren Künstlern eng. Martin Kippenberger wohnte gar einige Zeit bei seinen Förderern. Seit den 1990er Jahren steht auch der Frankfurter Tobias Rehberger in Verbindung zu der Schwarzwälder Familie. Seine aktuelle Ausstellung porträtiert unter anderem ihre Mitglieder, aber auch sein eigenes Verhältnis zu ihnen, deren zeitgenössische Sammlung sich mittlerweile in Schaufenstern, Läden, Banken und im Rathaus über die ganze Stadt ausbreitet.

Kunstraum Grässlin, St. Georgen.

Bis 30. November 2015.

 




Sammlung Grässlin
Zentrum Paul Klee
Skulpturen Biennale