27/05/15

Landpartie Teil 1

Wenn der Sommer nacht, wagt sich auch die Kunst nach draußen. Ein guter Grund ihr zu folgen.

von red.

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Gundula Frieze, Das ewig Weibliche, © Daniel Ammann

Wenn der Sommer nacht, wagt sich auch die Kunst nach draußen. Ein guter Grund ihr zu folgen.

Schlossmediale Werdenberg

Das Motto der Schlossmedial Werdenberg „Randerscheinung“ leitet sich unmittelbar von dem Ort ab, wo sie stattfindet. Das Schloss Werdenberg kann als solch Außenposten betrachtet werden. 1956 schenkte die letzte Bewohnerin des Schlosses das Anwesen dem Kanton St. Gallen, seit 2012 hat sich hier ein Festival etabliert, das sich der alten und neuen Musik und der audiovisuellen Kunst widmet – und das sich vor allem Zeit nimmt. In diesem Jahr ist unter anderem Daniel Wetzel vom Dokumentartheater „Rimini Protokoll“ zu Gast, deren Arbeiten sich vom gängigen Dramenbegriff abheben. An der Ausstellung sind aber auch Ute und Werner Mahler sowie Anna Kubelik beteiligt. Randständiges ist immer für Überraschungen gut.

22. bis 31. Mai 2015.

 

Rehmann Museum, Laufenburg

Zuerst arbeitete Erwin Rehmann hier nur. Dann entwickelte sich aus seiner früheren Werkstatt, dem Atelier und der Gießerei ein eigenes Museum. Der ganze Komplex, der im Rheinstädtchen Laufenburg liegt, ist sichtlich von Rehmann geprägt. Ergänzt wird er durch einen idyllisch gelegenen Skulpturengarten. Die aktuelle Schau „Gehäuse“ nahm ihren Anfang mit einer Werkgruppe von Plas­tiken des mittlerweile 93-jährigen Hausherrn und öffnete sich nach und nach auch Arbeiten von Anton Egloff, Peter Hächler und Ruth Maria Obrist. Die Ausstellungen werden jeweils von Konzerten, Lesungen und Performances begleitet.

Bis 5. Juli 2015.

 

Stephan Grieder, Sigriswil

In Sigriswil am Thunersee hat das Paradies eine eigene Adresse. Und auch einen großzügig angelegten Garten, der immer wieder zum Ort für die Kunst werden kann, und zwar weniger als Präsentationsort im Sinne einer klar umrissenen Show area, sondern eingebunden in die Natur. Stephan Grieder, der 1968 geboren wurde und eine Ausbildung zum Steinbildhauer gemacht hat, arbeitet mit Materialien aus der Natur, vorzugsweise mit Holz und mit Stein. So bringt Grieder, der in Rünenberg lebt, Baumstämme dazu, sich wie Taue zu verzwirnen, und Steine, ihn seine eigenwilligen Wege durch ihr massives Volumen bahnen zu lassen.

14. Juni bis 4. Oktober 2015.

 

Landesgartenschau, Landau

Von Beginn an war den Verantwortlichen klar, dass die 27 Hektar des Geländes der Landesgartenschau nicht ausschließlich der Natur eingeräumt werden sollten. Auch die Kunst sollte in Landau ihren Platz finden. Eigens wurde ein Kunstkuratorium eingerichtet und eine öffentliche Ausschreibung initiiert. Doch was heißt schon Natur, was heißt Kunst, wenn Gärtner und Künstler am Werk sind? Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler hatten ausgiebig Zeit, sich mit dem Areal auseinander zusetzen. Entstanden sind nun so schön klingende Arbeiten wie „Der virtuelle Friedhof der ausgestorbenen Pflanzen“ von Ulrike Tillman oder „Der Massefluss“, der vom Freiburger Bildhauer Jochen Kitzbihler geschaffen wurde. Viele der beteiligten Künstlerinnen und Künstler haben sich unmittelbar von dem Ort inspirieren lassen, andere haben Kräfte der Natur in künstlerische Prozesse umgesetzt. Burghard Müller-Dannhausen etwa hat aus metallisch schimmernden Stelen die Installation „Der Farbwald“ errichtet.

Bis 18. Oktober 2015.

 

 




Landesgartenschau Landau
Galerie Eulenspiegel
Rehmann Museum
Schlossmediale Werdenberg