09/01/15

Daten übersetzt in Licht und Klang

Haus der elektronischen Künste, Basel eröffnet die neuen Räume mit einer Ausstellung von Ryoji Ikeda

von Annette Hoffmann

ikeda.jpgRyoji Ikeda, data.tron [3k version], 2014, Installationsansicht, Haus der elektronischen Künste, Basel, Foto: Franz Wamhof

Haus der elektronischen Künste, Basel eröffnet die neuen Räume mit einer Ausstellung von Ryoji Ikeda

Die Arbeiten des in Paris lebenden Medienkünstlers Ryoji Ikeda sind so immersiv wie ein Bällebad, nur dass es Daten, übersetzt in Licht und Klang sind, die einen umhüllen. Dass Ikeda (*1966) mehrere Jahre als DJ und in interdisziplinären Theaterprojekten gearbeitet hat, ist nicht spurlos an seinem ästhetischen Ansatz vorbei gegangen.

Ikeda ist jemand, der den Körper des Betrachters erfassen und ihn Teil einer umfassenden Inszenierung machen möchte. Im Haus der elektronischen Künste Basel, das jetzt mit einer Einzelausstellung von Ryoji Ikeda seine neuen Räume am Freilagerplatz auf dem Dreispitz Areal eröffnete, wirken die Arbeiten des Japaners eher wie Guckkastenbühnen oder Tafelbilder, die frontal auf den Betrachter ausgerichtet sind. Zumal die Säulen im großen Ausstellungsraum verhindern, dass der Eindruck von „data.tron [3k version]“ allzu überwältigend wird. Doch um Totalität geht es dem Künstler eigentlich. Sowohl bei seiner Installation „data.tron [3k version]“, in der zu elektronischen Klängen in Verzeichnissen angeordnete Datenströme herunterrattern als auch in seiner früheren zwischen 2004 und 2006 entstandenen Videoprojektion „C4 [screening version]“, die noch deutlich narrativer angelegt ist. Auch hier wiederholt sich die schnelle Abfolge von Datenstrukturen.

Doch Ikeda, dessen Videoprojektion die Metapher vom Buch der Natur zugrunde liegt und damit von der Lesbarkeit der Welt, zieht in diese Arbeit ebenso Landschaftsbilder aus der Wüste als auch wissenschaftliche Publikationen mit Schaubildern, Statistiken und immer wieder gesprochene Sätze mit ein. Die Hoffnung ist eine zweifache: dass die Apokalypse aufgeschoben wird („One day will come when the day will not come“) – und dass die Weltformel aus dem Labyrinth der Daten herausführen möge.       

Ryoji Ikeda

Hek- Haus der elektronischen Künste

Freilager-Platz9, Münchenstein-Basel.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 12.00 bis 18.00 Uhr, Sonnerstag 12.00 bis 20.00 Uhr.

Bis 29. März 2015.




Hek