07/01/15

Aus einer anderen Welt

In einer großen Überblicksschau in der Fondation Beyeler sind Werke Peter Doigs von den 1980er Jahren bis heute zu sehen

von Florian Weiland
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Peter Doig, Swamped, 1990, The Monsoon Art Collection, © Peter Doig, All Rights reserved, 2014, ProLitteris, Zürich, Foto: Mark Woods

In einer großen Überblicksschau in der Fondation Beyeler sind Werke Peter Doigs von den 1980er Jahren bis heute zu sehen

Er gehört zu den absoluten Superstars des internationalen Kunstmarktes. Kaum sind die Farben getrocknet, sind seine Bilder auch schon verkauft. Zu exorbitanten Preisen, versteht sich. Der Auktionsrekord für ein Gemälde von Peter Doig (*1959) liegt bei zehn Millionen Dollar. Ob der Künstler sich darüber freut? Wenn von dem schottischen Maler die Rede ist, geht es primär um Geld und die Mechanismen des Kunstmarkts – weniger um die Bilder selbst, die doch eigentlich im Mittelpunkt stehen sollten. Doch die meisten seiner Werke befinden sich in Privatbesitz befinden und sind selten öffentlich zu sehen. Auch deshalb darf die Ausstellung in der Fondation Beyeler durchaus als sensationell bezeichnet werden: etwa 35 Arbeiten werden gezeigt. Die große Überblicksschau umfasst Werke von den späten 1980er Jahren bis heute. Viele Schlüsselwerke sind darunter. Zusammen mit seinen Studenten – Doig ist Professor an der Kunstakademie Düsseldorf – hat der Künstler im Untergeschoss der Fondation zudem eine 105 Quadratmeter große Wandmalerei realisiert, die das Motiv seines Bildes „House of Pictures“ in XXL übersetzt.

Doig bevorzugt generell große Formate. Doch seine Bilder beeindrucken nicht nur durch ihre Größe. Sie scheinen aus einer anderen Welt zu kommen, sind oft sehr reduziert und strahlen dennoch eine atmosphärische Wirkung aus, der man sich schwer entziehen kann. Doig malt verschwommene, traum­artige Landschaften. Er beschwört die Macht der Natur und die Kraft der Stille. Die Menschen in seinen Bildern wirken verloren. Überhaupt sind die Figuren oft nur als Schemen dargestellt. Ein weiteres Mittel, zu dem der Künstler, der in Edinburgh geboren wurde und heute in Trinidad, London und New York lebt, gerne greift, sind Spiegelungen.

Ab Anfang 2000 ist in Doigs Werk eine Abkehr von einer eher symbolisch-expressionistischen Bildsprache hin zu einer zunehmend abstrakten und geometrisierenden Malweise zu beobachten. Bei den Motiven lässt sich Doig gerne von Filmen anregen. Gleich zwei Bilder der Ausstellung nehmen Bezug zu dem Horrorfilm „Freitag der 13“.  In vielen Gemälden finden sich auch Verweise auf die Kunstgeschichte. Auf Arnold Böcklins Toteninsel etwa und vor allem zu Paul Gauguin. Doigs Bilder bleiben immer etwas rätselhaft und haben eine mysteriöse, mitunter leicht surreale Aura. „Pelican“ zum Beispiel zeigt einen Mann, der in einer tropischen Landschaft durch seichtes Wasser watet. Eine Kaskade aus hellem Blau ergießt sich im Hintergrund und scheint gleichsam aus dem Bild hinauszuströmen. Das Gemälde lebt durch den überraschenden Wechsel zwischen abstrakten Farbflecken und räumlicher Tiefe. Den Titel gebenden Pelikan dagegen sucht man vergebens.         

Peter Doig

Fondation Beyeler

Baselstr. 101, Riehen/Basel.

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch 10.00 bis 20.00 Uhr

Bis 22. März 2015.




Fondation Beyeler