16/12/14

Kiloschwer, bizarr, expressiv

Beni Bischof "Psychobuch" vereint die 2000 besten Arbeiten der letzten Jahre

von Dietrich Roeschmann

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Beni Bischof: Psychobuch, Edition Patrick Frey, Zürich 2014, 640 S., 70 Euro | 88 Franken

Verglichen mit Beni Bischof (*1976) war Martin Kippenberger selbst in seinen besten Tagen ein fauler, lahmer Sack. Heute denken, morgen fertig? Der St. Galler würde sich zu Tode langweilen, wenn er nach dieser Devise arbeiten müsste. in der Soloschau des frisch gebackenen Manor-Kunstpreisträgers bei Nicola von Senger in Zürich stapelten sich allein sechs dicke Ordner mit Zeichnungen der letzten Wochen auf dem Tresen (Titel: „Die letzte Wurst auf Erden“, „Ölgemälde bucht Ferien“, „Baum in Form einer Mauer“ usw.). Daneben steht eine Kiste voller Rambo-Variationen in Aquarell, die Wände sind gepflastert mit hyper-pastosen Comicporträts und großformatigen Cartoongemälden im Gary-Larson-Stil (Nudel am Telefon: „Fussili, you crazy bastard! Who are you?“), und von der Decke baumelt ein Einkaufskorb, randvoll mit missratenen Schnappschüssen, farbkopierten Holzfurnieren und trashigen Plattencovern in der Warteschleife zur Weiterverarbeitung. Logisch, dass man bei einer derart bizarren, exzessiven Bildproduktion schnell den Überblick verlieren kann. Daran ändert zum Glück auch das kiloschwere „Psychobuch“ nichts, für das Beni Bischof jetzt eigenhändig seine 2000 (!) besten Arbeiten der letzten Jahre ausgewählt hat. Kippenberger hätte es heute nicht anders gemacht. Großartig.