13/12/14

Stefan Meier

Special: Jahresausstellungen 2014/15

von red.
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Stefan Meier, Zürich-Locarno, eine Alpentransversale, 2012, courtesy the artist

Stefan Meier

*1975 in Baden, lebt und arbeitet in Zürich

„Am Anfang meiner künstlerischen Landvermessungen, die ich seit 2010 unternehme, stand eine überraschende Erkenntnis: Ich war damals öfters von Zürich nach München unterwegs – mit dem Privatauto, dem Bus, dem Zug, sogar mit dem Flugzeug –, aber hatte keinerlei Vorstellung davon, was diese Distanz bedeutete. Also entschloss ich mich, die Wegstrecke einmal zu Fuss hinter mich zu bringen, um sie auf einen menschlichen Massstab runterzubrechen.

Selbstkritisch genug, um mich sportlich nicht zu überschätzen, war mir klar, dass ich nicht einfach losgehen konnte, sondern mir zunächst eine Technik erarbeiten musste. Ich begann also beliebige Orte miteinander zu verbinden und ging auf direkter Linie von A nach B. Um mich später daran erinnern zu können, verfasste ich ein Tagebuch in Form eines Foto-Blogs: So konnte ich auf dem Weg Bilder schiessen, sie sofort hochladen und gegebenenfalls kommentieren. Zu meinem Erstaunen wurde dieser Blog ohne mein Zutun ein wenig populär – in bescheidenem Rahmen zwar, aber gerade genug, dass ich ihn als autarkes Werk erkennen konnte. Der Stadtwanderer Benedikt Loderer sagte einmal: „Der Mensch sieht mit den Füssen.“ Ich kann das voll bestätigen: Ich machte die Erfahrung, dass das Denken durch das Gehen rhythmisiert wird, und wohl evolutionsbedingt genau auf diese Geschwindigkeit angepasst ist. Das Gehen an und für sich wurde so zu meiner Arbeitstechnik, das Studio und mein Thema ist die Landschaft. Landschaft heisst sie, weil sie aus dem Land geschaffen wurde. Vielleicht die höchste Kulturleistung der Menschheit, auf jeden Fall die augenfälligste und schon alleine darum darf sie nicht unkommentiert sein.“


Regionale 15

kulturwerk T66, Freiburg, 30. November 2014 bis 4. Januar 2015.

 




Stefan Meier