24/11/14

Das Kunstmuseum Bern und der Fall Gurlitt

Die Stiftung Kunstmuseum Bern die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern haben eine Vereinbarung über das Erbe von Cornelius Gurlitt geschlossen

von red.

Das Kunstmuseum Bern nimmt das Erbe von Cornelius Gurlitt an. Allerdings mit Absicherungen. Die Stiftung Kunstmuseum Bern hat mit der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Bayern eine Vereinbarung darüber getroffen, wie mit der Sammlung, bzw. mit Fällen von NS-Raubkunst umzugehen ist. Vermutlich wird die Taskforce die Provenienzforschung für alle Werke des „Schwabinger Kunstfundes“ und derjenigen, die im Salzburger Haus Gurlitts gefunden wurden, erst im kommenden Jahr abschließen. Sollte es sich bei einem Werk um NS-Raubkunst handeln, wird es durch den Bund auf dessen Kosten und Verantwortung restituiert. Entscheidet sich das Kunstmuseum Bern ein Werk zu übernehmen, bei dem nicht hinreichend geklärt werden kann, ob es Raubkunst ist, trägt es ab diesem Zeitpunkt die Verantwortung, das gilt ebenso für Werke, die nach dem Ergebnis der Taskforce keine NS-Raubkunst sind.

Das Erbe umfasst auch Werke, die bei der Aktion „Entartete Kunst“ aus deutschen Museen entfernt wurden. Bei diesen sieht die Vereinbarung vor, dass das Kunstmuseum Bern sie restauratorisch betreut und Leihanfragen der entsprechenden Museen prioritär behandeln wird, wenn ein Werk die Sammlung verlassen sollte, „werden die Interessen derjenigen Museen, die Verluste durch die NS-Aktion ‚Entartete Kunst‘ hatten, vorrangig berücksichtigt“, so die Vereinbarung. Das Kunstmuseum Bern hat die Absicht, auf eigene Kosten eine Forschungsstelle einzurichten, die sich mit dem historischen Komplex des Erbes befassen soll.