22/11/14

Fotos für Museumswände gemacht

Der amerikanische Kunsthistoriker Michael Fried analysiert Fotografie auf der Grundlage von Malerei

von Florian Weiland

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Michael Fried, Warum Photographie als Kunst so bedeutend ist wie nie zuvor, Schirmer/Mosel, München 2014, 420 S., 58 Euro | 77.90 Franken

Der amerikanische Kunsthistoriker Michael Fried analysiert Fotografie auf der Grundlage von Malerei

Was bedeutet es, wenn die Fotografien von Jeff Wall, Cindy Sherman oder Thomas Struth ein solch großes Format haben, dass sie gerade wie für Museumswände gemacht scheinen? Liegt der Vergleich mit einem klassischen Tafelbild da nicht nahe? Genau das findet der amerikanische Kunsthistoriker Michael Fried. In seiner brillanten, prächtig bebilderten Analyse entdeckt er zahlreiche Bezüge zur Malerei und führt den Begriff „Neue künstlerische Photographie“ ein. Fried argumentiert anspruchsvoll, indem er etwa die Hegel'sche Unterscheidung von der wahrhaften und schlechten Unendlichkeit auf die Fotoserien von Bernd & Hilla Becher anwendet. Auch Heidegger, Kant und Wittgenstein werden herangezogen. Im Zentrum steht jedoch Jeff Wall, in dem Fried einen Seelenverwandten sieht.




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