08/10/14

Wenn Künstler hacken

Die Publikation „Hacking“ ist auch eine Einführung in das Werk der !Mediengruppe bitnik und Ubermorgen

von Annette Hoffmann

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Hacking, Hg. v. Dominik Landwehr, Christoph Merian Verlag, Basel 2014, 260 S., 15 Euro | 20 Franken

Die Publikation „Hacking“ ist auch eine Einführung in das Werk der !Mediengruppe bitnik und Ubermorgen

Sieht man es dialektisch, so gehört das Hacking zum Digitalen einfach dazu. Anfangs verbesserten und erweiterten Hacks die Computerprogramme, später wurden sie Teil einer Guerillastrategie. Und nicht selten wurden Künstler zu Hackern. Die Irritation und Destruktion von Sinn ist vermutlich die genuine Domäne des Hackens, heißt es in dem Band. Hacken ist eine Kulturtechnik von beschränkter Haltbarkeit, denn gerade gehackt, ist die Technologie schon ein Schritt weiter. Der Band „Hacking“ macht aus dieser Not eine Tugend und konzentriert sich im Wesentlichen auf das Werk der !Mediengruppe Bitnik und Ubermorgen. Die Schweizer werden so zu Repräsentanten einer Kunst, die Informationen zur Freiheit verhilft und sich dabei Technologien behilft – anders als es ihre Entwickler vorsahen. Interviews mit den Künstlergruppen geben einen Einblick in ihre Denkweise und die Entstehung von Arbeiten etwa von „Delivery for Mr. Assange“, für die die !Mediengruppe Bitnik kürzlich mit dem Swiss Art Award ausgezeichnet wurde.

Die Buchvernissage findet am 17. Oktober 2014 um 18.00 Uhr in der Ausstellung „Darknet - From Memes to Onionland. An Exploration“ in der Kunst Halle St. Gallen statt.




Christoph Merian Verlag