17/06/14

Tobias Buckel

Tobias Buckel: Bildräume des Übergangs

von Florian Weiland
Thumbnail

buckelwallboardquer.jpg

Tobias Buckel, Wallboard, 2013, Courtesy the artist & Galerie Sturm, Nürnberg

Tobias Buckel: Bildräume des Übergangs

„Farbe und Komposition interessieren mich nicht“, hat Tobias Buckel einmal gesagt. Seine Bilder erkunden vor allem die Möglichkeiten der Malerei. Er experimentiert. Jedes ist ein Aufbruch ins Unbekannte. Einmal angefangene Arbeiten lässt er oft länger liegen, bevor er sie sich erneut vornimmt. Die Motive werden immer weiter aufgelöst und überlagern sich. Die Gemälde sind skizzenhaft, der Malprozess bleibt erkennbar.

Buckels Kunst bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Er spielt bevorzugt mit architektonischen Versatzstücken. Buckel, der 1978 in Ansbach geboren wurde, an der Akademie für Bildendene Künste in Nürnberg studiert hat und Meisterschüler bei Thomas Hartmann war, erschafft Räume, genauer: Bildräume des Übergangs zwischen Repräsentation und Auflösung. Denn inhaltlich lässt sich der Künstler nicht so leicht festlegen. Buckel liebt das Fragmentarische. Er deutet vieles nur an und schichtet Motive übereinander. Anklänge an die Pop-Art oder an Arbeiten von Sigmar Polke sind zu entdecken.

Die Motive des Malers – oft greift er auf fotografische Vorlagen zurück – sind dabei eher zweitrangig und unspektakulär. Neben grob umrissenen Räumen, von denen wir nur raten können, welcher Funktion sie dienen sollen, können das auch Stillleben mit Jacken, einem Schwamm oder einem Stück Seife sein. Wichtiger als der Gegenstand, der mitunter nur auf den zweiten Blick erkannt werden kann, ist Buckel die malerische Wirkung. „Die meisten Bilder in den Medien sind für den Konsum konzipiert – der Betrachter kann passiv sein und wird mit visuellen und emotionalen Informationen bombardiert“, erklärt Buckel. Seine Gemälde dagegen bleiben ambivalent und in einem rätselhaften Schwebezustand. Sie fordern einen aufmerksamen Betrachter. 

Tobias Buckel bei Galerie Sturm (Nürnberg),

Volta 10, Vernissage: 16. Juni 2014, 14.00 bis 20.00 Uhr.

Markthalle Basel, Viaduktstr. 10, Basel.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 12.00 bis 20.00 Uhr.

Bis 21. Juni 2014.