10/06/14

Landpartie Teil II

Der Sommer ist da, und auch die Kunst wagt sich nach draußen. Wir stellen Ihnen die schönsten Ausflugsziele vor

von red.

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Agro Zen Garten, Foto: Nino Baumgartner


Der Sommer ist da, und auch die Kunst wagt sich nach draußen. Wir stellen Ihnen die schönsten Ausflugsziele vor

Agro-Zen-Garten

Der Zürcher Künstler Nino Baumgartner stand bislang nicht in dem Verdacht ein Anhänger von Meditationstechniken und Achtsamkeit zu sein. Man kennt ihn wegen seiner aktionistischen Interventionen, beim letzten Performancepreis Schweiz robbte er nach der Anleitung für perfektes Tarnen der Schweizer Armee durch die Kaserne und hinterließ Knetelemente im Raum. In unmittelbarer Nähe auf dem Kasernenareal hat Baumgartner nun einen Agro-Zen-Garten geschaffen. Richtig beschaulich wird es aber auch in dem kleinen Streifen Grün, der zum Ausstellungsraum Klingental gehört, nicht zugehen. Eher scheint er „go west!“ zu schreien als „go east“ zu säuseln. Baumgartner hat für diesen „Agro-Zen-Garten“ Asphalt und Hard-Offroad-Räder anstelle der üblichen Naturelemente Sand, Steine und Moos verwendet: eine eigenwillige Synthese aus Ost und West. Wer sich hier wohl philosophierend in die Denknische zurückzieht und was für Ideen einem hier wohl kommen?

Ausstellungsraum Klingental, Kasernenstr. 23, Basel.

 

Garten – Kunst – Architektur Luzern

Bei seiner Ausstellung im Bündner Kunstmuseum siedelte Mirko Baselgia ein Bienenvolk auf dem Balkon des Museums an. Und auf dem Dach spross und blühte es, innen jedoch baute Baselgia die Gänge von Murmeltieren nach, die – ausgestopft und mit einer Audioinstallation ihres charakteristischen Pfeifens ausgestattet – dann ebenso ihren Platz in den Ausstellungsräumen fanden. Auch das Künstlerduo GanzBlum kennt sich mit der Natur aus, beziehungswies mit dem, was wir für sie halten. In Luzern haben sich die beiden Off-Räume o.T. Raum für aktuelle Kunst und sic! Raum für Kunst zusammengetan für ein Projekt im öffentlichen Raum, das seit dem Jahr 2012 die Themen Garten, Architektur und Kunst miteinander verbindet. Es ist am und um den Kunstpavillon in der Nähe des Luzerner Pilatusplatz angesiedelt. Gärten sind hier in den unterschiedlichsten Formen, als Schrebergärten oder Wiese vorhanden. Wenn das nicht eine Steilvorlage für eine künstlerische Intervention ist.

O.T. Raum für aktuelle Kunst

Sic! Raum für Kunst

Bis 28. Juni 2014.

 

5x5 Perspektiven aus Stahl, Stein und Holz

Die Natur der Insel Mainau ist derart schön gezähmt, dass sie geradezu nach der Kunst als ihrem Widerpart verlangt. In diesem Jahr sind es gleich vier Bildhauer, die über den Sommer mit ihren Werken in einen Dialog mit der Umgebung treten. Der Stahlbildhauer Robert Schad gehört ebenso dazu wie Thomas Röthel, Carlo Borer sowie Armin Göhringer. Und auch die Luzerner Künstlerin Sibylle Pasche zeigt in diesem Jahr auf der Mainau eine ihrer amorphen Formen. Angesichts ihrer zerklüfteten Strukturen, die manchmal an verblühte Lotusblumen erinnern oder an abgestorbene Naturformen, glaubt man kaum, dass ihre Skulpturen aus Marmor bestehen.

Insel Mainau, bis 19. Oktober 2014.

 

3. Zeller Kunstweg

Wenn in Zell die Kunstweg-Zeit anbricht, wird das kleine, pittoreske Städtchen zur Skulpturmeile und zum offenen Atelier. Gleich fünf Künstlerinnen und Künstler kann man bei der 3. Ausgabe des Zeller Kunstweges beim Schaffen ihrer Arbeiten über die Schulter schauen. Denn sowohl Petra Göhringer-Machleid als auch Brank Smon, Yhi Zeng Lin, den beiden Land-Art-Künstlern Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek werden vor Ort ihre Werke entstehen lassen. Nach der Aufstellung von Skulpturen von Lluis Cra und Armin Göhringer ist man also auf Wachstumskurs. Zumal die Arbeiten weiterer elf Künstler den Alltag der Zeller und ihre Wege begleiten werden.

Bis 5. September 2014.




Ausstellungsraum Klingental
Raum für aktuelle Kunst
Sic! Raum für Kunst