21/05/14

Eckstoß

In der Publikation von Veronika Spierenburg werden aus Raumerfahrungen Seherfahrungen von analytischer Klarheit

von Dietrich Roeschmann

spierenburg.jpg

Verena Spierenburg, Ecke, Hoek, Horn, Edition fink, Zürich 2014, 72 S., 24 Euro | 32 Franken

In der Publikation von Veronika Spierenburg werden aus Raumerfahrungen Seherfahrungen von analytischer Klarheit

Die Ecke ist die kleinste Größe, die gegeben sein muss, damit räumliche Wahrnehmung entstehen kann. Ausgehend von dieser Beobachtung hat Veronika Spierenburg verschiedene Ecksituationen von Ausstellungsräumen im Kunsthaus Glarus, im Museum Boijmans van Beuningen (Rotterdam) und im Östergötlands Museum (Linköping) aufgenommen, die Fotografien gefaltet und schließlich zu einem Heft zusammengelegt, das beim Durchblättern einen verbindenden vierten Raum entstehen lässt. Das ist nur konsequent: Die Künstlerin interessiert sich für das Verhältnis zwischen Kunst, Mensch und Architektur. Die aufwendig gestaltete Publikation, die anlässlich ihrer jüngsten Soloschau im Aargauer Kunsthaus erschien, übersetzt Raumerfahrung durch minimalistische Collagen zur freien Kombination und über die Seiten rieselnde Begriffe diverser Lichtzustände in eine synästhetische Seherfahrung von analytischer Klarheit.

 




Edition Fink