19/05/14

My choice - Fiona Hesse auf der Frieze Art Fair New York

Unsere Autorin Fiona Hesse hat sich auf der New Yorker Frieze Art Fair umgesehen

von Fiona Hesse

 Unsere Autorin Fiona Hesse hat sich auf der New Yorker Frieze Art Fair umgesehen

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Yoko Ono, My Mommy is Beautiful, 2004/2014, Galerie Lelong, Paris

Yoko Onos Hommage an ihre Mutter und zugleich an alle Mütter der Welt - zum Mitmachen für jeden! Ein Besucher hat dort seine ganz persönliche Widmung verewigt...

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Su Mei-Tse, Rote Leiter (The Scale), 2014, Peter Blum Gallery, New York

Auf diese zartgliedrige rote Leiter sollte man besser niemals steigen, wenn man hoch hinaus will!  Die Idee von Tragfähigkeit gepaart mit fragiler Ästhetik ergibt einen wunderschönen Kontrast. Die Form stammt von einer Zeichnung, die nun in geschmiedetes Eisen transformiert wurde.

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Vahap Avsar, By all means necessary / Hammersphere, 2008-13, Rampa, Istanbul

Diese Kugel besteht aus 80 Hämmern, die fast alle von Handwerkern benutzt wurden, u.a. durch den Vater des Künstlers. Vahap Avsar bezieht sich in seinen Arbeiten oft auf den gewalttätigen Aspekt von Werkzeugen, hausgemachte Waffen und ihren Missbrauch im Nahen Osten.

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Shirin Aliabadi, City Girl, 2010, The Third Line, Dubai

Shirin Aliabadi zeigt in ihren stilisierten Studioaufnahmen junge iranische Frauen, die so gar nicht dem Klischee der ungeschminkten, verschleierten Unterdrückten entsprechen wollen. Die Idee entstand, als die Künstlerin in einem Stau stand und die moderne, modisch gekleidete und durch Schönheits-OPs veränderte weibliche Oberschicht in ihren Autos beobachten konnte.


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Joav BarEl, Coming...?, 1969 (links); Untitled, 1969 (Mitte); Against Empty phrases, Against Discrimination (rechts), Tempo Rubato, Tel Aviv

Was zeitgenössisch wirkt, ist in Wahrheit schon gute 45 Jahre alt! Der israelische Künstler Joav BarEl, Kritiker, Lehrer, Psychologe und Mitbegründer der Gruppe 10+ verstarb 1977 mit 45 Jahren viel zu früh und hinterlässt dennoch ein thematisch und stilistisch höchst aktuelles Werk.


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Alison Knowles, Suit Piece" 1995-2013, James Fuentes, New York

Die Fluxus-Künstlerin hat über fast 20 Jahre hinweg ein sehr persönliches Kunstwerk geschaffen, das aus selbstgemachtem Papier und Seiten aus ihren Tagebüchern besteht, die bis in die 80er Jahre zurückreichen.


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Liu Wei, Library II-II, 2013, Lehmann Maupin, New York / Hong Kong
Liu Weis Skulptur "Library II-II" ist nicht nur ein faszinierendes Kunstwerk aus tausenden von Buchseiten, sondern auch eine hervorragende Arbeit, um über rasante Entwicklungen urbaner Landschaften und das Verschwinden von Büchern zugunsten digitaler Formate nachzudenken.


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Danh Vo, Massive Black Hole in the Dark Heart of Our Milky Way, 2012, Marian Goodman Gallery, New York

Gold, Coca-Cola-Zeichen, die amerikanische Flagge und das Märchen von Aschenputtel in altdeutscher Schrift - über allen Köpfen hängt gut sichtbar eine Melange westlicher Markenzeichen. All seine Arbeiten sind eng verwoben mit Vos eigener Familiengeschichte und kreisen um Fragen nach kultureller Identität und Migration.


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Erwin Wurm, Gigant klein, ich, ideal, 2014 (links); Yan Pei-Ming, Autoportrait à un dollar F56789607 H, 2009 (rechts), Thaddeus Ropac, Paris

Zwei Varianten eines zeitgenössischen Selbstportraits: selbstironisch (und passend zum Sieg von Conchita Wurst beim 59. Eurovision Song Contest 2014) das vergoldete Ich Erwin Wurms aus Wiener Würstchen; politisiert und großformatig das Aquarellportrait des chinesischen Künstlers Yan Pei-Ming.


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Jack Pierson, All this could be yours, 2014, Cheim & Read, New York

Vielleicht die schönste Ironie auf einer Kunstmesse!
und als Schmankerl:  fionakim.jpg
Beom Kim, Horse Riding Horse (After Eadweard Muybbridge, Gallery Hyundai, Seoul




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