17/04/14

Von Artfoyer Cavigelli bis XOX

Der neue Zurich Art Space Guide vereint die Off-Szene auf einem Faltblatt

von Annette Hoffmann

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Credits: Fabian Kunz

Der neue Zurich Art Space Guide vereint die Off-Szene auf einem Faltblatt

Die Galerienvereine allerorten haben es vorgemacht, nun hat die freie Szene in Zürich nachgezogen. Als Ende Januar 2014 im Off-Space Dienstgebäude mit der Finissage die Ausstellung „Catch of the year“ verabschiedet wurde, gab es mit dem Zurich Art Space Guide zugleich einen Neuzugang in der Zürcher Kunstlandschaft zu feiern. Ins Leben gerufen wurde der Faltplan von Andreas Marti, Anne-Laure Franchette und Fabio Kunz, die selbst Akteure der freien Szene sind und sich bestens auf dem Terrain der Projekträume auskennen. Der Zurich Art Space Guide enthält Informationen zu Adressen, Telefonnummer, Mail- und Internetadressen, ein Stadtplan verschafft Überblick. Stadt und Kanton Zürich unterstützen das Anliegen.

Der eigentliche Anlass zu dieser Vernetzung liegt schon etwas zurück und ist auch kein wirklich erfreulicher. 2012 trat die neue Kulturförderungsverordnung in Kraft, mit der die Preisgelder für unabhängige Kunsträume durch das Bundesamt für Kultur ausgesetzt wurden. Seitdem wurde viel diskutiert und protestiert. Nicht grundlos, denn: „Die Luft für selbst-organisierte Kunsträume ist somit dünner geworden. Durch die vorangetriebenen Leuchtturmförderpolitik, die Museumsarchitektur und Blockbuster-Ausstellungen propagiert, müssen Inhalte, Experimente, Nischen und Freiräume einer zwiespältigen Mainstreampolitik weichen, die auf kurzfristige Publikumserfolge und einen kommerzialisierten Kunstbetrieb setzt“, beschreibt die Petition „Hundert Räume geben mehr Licht als ein Leuchtturm“ die Situation. Mittlerweile hat die Kulturstiftung Pro Helvetia im Auftrag des Bundesamtes mit dem „Förderinstrument Visuelle Künste“ reagiert. Es sieht eine Unterstützung unabhängiger Kunsträume als Nachwuchsförderung vor. Kritiker werfen ihm vor, einen Keil zwischen die Generationen zu treiben und die prekären Bedingungen, unter denen Off-Räume arbeiten, zu verstärken.

Dass nun ein Faltblatt herausgegeben wurde, das 29 Off-Räume und zwölf Internetprojekte Zürichs miteinander verbindet, darf man getrost als Ausdruck eines neuen Gemeinsinns deuten. Die Szene wird sich nicht damit begnügen, zu einer neuen Sichtbarkeit gefunden zu haben. Sie hat noch Forderungen.  

Den Zürcher Offspace-Guide finden Sie unter www.artspaceguide.ch, das Basler Pendant unter www.arolandforanoliver.ch.




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