11/03/14

Sandra Boeschenstein

Der Schweizer Künstlerin Sandra Boeschenstein wird auf der art Karlsruhe der Hans Plaschek-Preis verliehen

von Annette Hoffmann
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Sandra Boeschenstein, o.T., 2013, Foto: Philipp Oltendörfer

Der Schweizer Künstlerin Sandra Boeschenstein wird auf der art Karlsruhe der Hans Plaschek-Preis verliehen

Die Linie geht in den Arbeiten von Sandra Boeschenstein (*1967) seltsame Wege. In einer Zeichnung aus dem letzten Jahr wird sie von dem Finger eines Mannes über dessen Ohr in ein schlichtes Wasserglas geführt, von dort zu dessen anderem Ohr, dann bildet sie eine Schlinge um vier miteinander verbundenen Flaschen. Doch mit was hat man es überhaupt zu tun? Mit einem Faden, einem Kabel, sind es überhaupt Flaschen? Eindeutig zu identifizieren sind Sandra Boeschensteins Objekte selten. Und selbst wenn Gegenstände wie Koffer, Modelhubschrauber oder Tische detailgenau und konkret vor einem stehen, hat man nur wenig gewonnen. Dann bindet die Zürcher Künstlerin sie in einen Kontext ein, der narrativ zu sein scheint, den man jedoch nicht dechiffrieren kann. „Eine Ahnung, eine Situation ist nicht auf Sinn zu reduzieren“, sagt Sandra Boeschenstein.

In ihren aktuellen Arbeiten geht Sandra Boeschenstein den umgekehrten Weg. Anstatt schwarz auf weiß zu zeichnen, behandelt sie das Papier zuerst mit weißer Ölkreide, um dann mit der Rolle schwarze Ölfarbe aufzutragen. Die Linie, mit denen Sandra Boeschenstein ihre rätselhaften Szenen zeichnet, kratzt sie. Umso mehr kann einen ihre Virtuosität verwundern. Vermutlich ist sie ebenso Teil dieses künstlichen Kosmos wie die Titel, die eigenartige, bislang ungeahnte Tätigkeiten und Handlungsanweisungen beschreiben.

art Karlsruhe 2014, Messe Karlsruhe.

Messeallee 1, Rheinstetten, 13. bis 16. März 2014. Donnerstag bis Samstag 12.00 bis 20.00 Uhr, Sonntag 11.00 bis 19.00 Uhr.

Die Preisverleihung findet am 13. März 2014 um 17.00 Uhr auf der art Karlsruhe, Aktionshalle statt.


 




Art Karlsruhe