24/10/13

Über die Schulter geschaut

Wo entstehen eigentlich die Werke von Anselm Kiefer? Ein üppig bebildeter Kunstband gibt Auskunft

von Florian Weiland

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Anselm Kiefer: Ateliers, Schirmer / Mosel, München 2013,304 S., 78 Euro | 116 Franken

Wo entstehen eigentlich die Werke von Anselm Kiefer? Ein üppig bebildeter Kunstband gibt Auskunft

Seine Bilder sind sperrig und bedeutungsschwer. Und nahezu unbezahlbar. Anselm Kiefer gehört zu den gefragtesten und teuersten Malern der Gegenwart. Doch wo sind seine Bilder entstanden? Wo findet Kiefer die Inspiration? Der voluminöse Bildband bietet einen Blick hinter die Kulissen. Die häufig wechselnden Ateliers des Künstlers sind beinahe so faszinierend wie sein Werk. Eine ehemalige Ziegelei im Odenwald, ein altes Schulgebäude, eine stillgelegte Seidenspinnerei in den französischen Cevennen. Es sind Räume, die bereits durch ihre gigantischen Ausmaße beeindrucken. Leerstehende Lagerhallen, angefüllt mit Industrieabfall und umgeben von einsamer, wilder Natur. Kiefer lebt und wohnt in seinen Ateliers. Die französische Philosophin und Goethe-Spezialistin Danièle Cohn findet einen ungewöhnlichen Weg, sich dem Werk von Kiefer zu nähern, indem sie versucht, der Magie, die von diesen eigenwilligen Arbeitsstätten ausgeht, zu fassen. Und wenn der Text mitunter sich in philosophische Höhen versteigt, begeistern die umfangreichen Bildstrecken umso mehr.




Verlag Schirmer Mosel