07/10/13

Neuerscheinungen geben Einblick in das Werk von Meret Oppenheim und Andrea Fraser

Neue Bücher über Meret Oppenheim und Andrea Fraser

von red.

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Meret Oppenheim, Eine Einführung, Christoph Merian Verlag, Basel 2013, 144 S., 24 Euro, 29 Franken; Andrea Fraser, Texte, Skripte, Transkripte, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2013, 320 S., 25 Euro, 38 Franken

 

Meret Oppenheim, Eine Einführung, Christoph Merian Verlag, Basel 2013, 144 S., 24 Euro, 29 Franken

So ganz wollte man es dann doch nicht den Metropolen Wien und Berlin überlassen,  mit Ausstellungen an die Schweizer Künstlerin Meret Oppenheim zu erinnern, die vor 100 Jahren geboren wurde. Ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum Basels, das von Simon Baur und Silvia Buol organisiert wurde, würdigt die surrealistische Künstlerin durch eine Ausstellung, die zeigt, wie zeitgenössisch noch immer die Arbeiten von Meret Oppenheim sind. Die beiden Macher haben Basler Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich von Werken Oppenheims inspirieren zu lassen, parallel dazu ist eine von Simon Baur und Christian Fluri herausgegebene Einführung in das Leben und das Werk von Meret Oppenheim entstanden. Der schmale Band besticht nicht allein durch einen umfassenden assoziativ angelegten Bildteil, die einzelnen Aufsätze bieten auch einen kurzweiligen Einstieg in das Oeuvre dieser vielseitigen Künstlerin. Sie streifen gleichermaßen das Biografische, erinnern an Oppenheims Brunnenentwürfe und stellen den Bezug zu Basel her, wo Meret Oppenheim Jahre ihre Jugend verbrachte und 1985 starb.

Annette Hoffmann

 

Andrea Fraser, Texte, Skripte, Transkripte, Verlag der Buchhandlung, Walther König, Köln 2013, 320 S., 25 Euro | 38 Franken

In medias res. Das Begleitbuch zur Ausstellung der diesjährigen Wolfgang-Hahn-Preisträgerin Andrea Fraser (*1965) verzichtet auf einen einleitenden Text. Stattdessen gelangt der Leser durch die vergnügliche Lektüre ihres Skripts zur Performance „Kann ich Ihnen helfen?“ mitten ins Werk. Ungefiltert lassen sich so die Rollen- und Perspektivwechsel der Künstlerin, die bewusst widersprüchlichen Interpretationen, die Seitenhiebe auf Institutionen und gestische Anweisungen verfolgen. Weitere Texte von Andrea Fraser nehmen am Beispiel einer Rede Martin Kippenbergers den männlichen Künstlertypus aufs Korn oder führen überspitzt das wechselseitige Verhältnis von Psychoanalytikerin und Analysandin vor. Nicht zuletzt arbeiten sie intelligent und kenntnisreich heraus, wie Kunstwerke Emotionen hervorrufen. Derart mit den Themen und Eigenarten ihres Werkes vertraut, runden aufschlussreiche Essays zusammen mit wenigen Ausstellungsansichten das Ganze ab. Durch die Betonung der sprachlichen Ebene lässt sich nachvollziehen, wie reflektiert und brillant Andrea Frasers Performances sind.

Yvonne Ziegler

 

 




Christoph Merian Verlag
Buchhandlung Walther König