13/06/13

Art Basel Unlimited

Einige Highlights von der Art Basel, Unlimited, die von Gianni Jetzer kuratiert wurde.

von Annette Hoffmann

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Highlights von der Unlimited der Art Basel, die 2013 zum zweiten Mal von Gianni Jetzer kuratiert wurde. Die documenta (13) hat mit Werken von Pierre Huyghe und Theaster Gates sichtlich Spuren hinterlassen.

Thomas Demand, Pacific Sun, 2012 (Matthew Marks, Sprüth Magers)

Der in Berlin und Los Angeles lebende Künstler hat mit „Pacific Sun“ ein YouTube-Video aufgegriffen, das die Auswirkungen eines Sturmes auf ein Kreuzfahrtschiff zeigt. Demand nimmt in diesem zweiminütigen Video die Perspektive der Überwachungskamera ein. Schränke, Gegenstände, überhaupt Mobiliar rutschen in verschiedenen Geschwindigkeiten hin und her, eine Lampe an der Decke schwankt nach links, dann nach rechts aus. Thomas Demand hat wie bei allen seinen Arbeiten die Objekte in Papier nachgebaut und dann abgefilmt.

 

Karla Black, Doesn’t Care in Words, 2011 (Galerie Gisela Capitain, Stuart Shave/Modern Art)

Für ihre Arbeit aus dem Jahr 2011 hat die schottische Künstlerin Karla Black erneut in den Kosmetikschrank gegriffen und auch für das bewährte Zuckerpapier wurde eine Verwendung gefunden. Wer den Raum betritt, sieht sich Anhäufungen und Ebenen dieses hellgrün und softgelb eingefärbten Papiers gegenüber, das auf der gegenüberliegenden Wand sich bis zur Decke erstreckt. Farbpigmente und Badekugeln greifen die Farben auf. Eine Raumerfahrung in den Geschmacksrichtungen Vanille und Waldmeister.

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Karla Black, Doesn' Care in Words, 2011, Art Basel 2013, Unlimited, Capitain, Modern Art

 

François Curlet, Speed Limit, 2013 (Air de Paris, Galerie Micheline Szwajcer)

Man muss diesen Sportwagenfahrer einfach mögen. Nicht nur, weil der Jaguar das Hinterteil eines Leichenwagens besitzt. Es ist einfach zu sinnlos an diesem trüben Tag auf Feldwegen hin und her zu fahren, ab und an zu wenden, Kekse zu essen und an einem Haufen von Autoreifen auszusteigen, um im zu kurzen Smoking Tai-Chi-Übungen zu machen. Ein schönes Sinnbild dafür, wie man mit Würde auf die Gegebenheiten des Daseins reagieren kann.

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François Curlet, Speed Limit, 2013, Art Basel 2013, Unlimited, Air de Paris, Galerie Micheline Szwajcer

 

Alfredo Jaar, The Sound of Silence, 2006 (Goodman Gallery, Lelong, kamel mennour, Galerie Thomas Schulte)

Es ist nicht die erste Arbeit, die sich mit Kevin Carters Pressefoto über die Hungersnot im Sudan befasst. 2009 war auf der Art Unlimited Xu Zhens Werk „The Starving auf Soudan“ zu sehen, in dessen Mittelpunkt das Foto mit dem auf den Tod des Kindes wartenden Geier stand. Alfredo Jaar führt auf dieses Foto hin, in dem er die Geschichte Carters erzählt. Alfredo Jaar inszeniert sie in einem verdunkelten theaterähnlichen Raum, in dem Weiß auf Schwarz in Schreibmaschinenschrift erzählt wird, wie Carter zum Fotojournalismus kam, wie das mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet Bild entstand und wie es danach mit Carter weiterging. Das klingt nach einer simplen Konstruktion, doch Alfredo Jaar zwingt den Betrachter zum ständigen Seitenwechsel, so dass es schwer fällt, eine eindeutige moralische Haltung einzunehmen.

 




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