13/06/12

Hang zum Absurden

Vittorio Brodmann malt abstrakte Bildräume und Comicbilder im Stil des Bad Paintings.

von Dietrich Roeschmann
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Vittorio Brodmann malt abstrakte Bildräume und Comicbilder im Stil des Bad Paintings. Vittorio Brodmann

Droopy Dog hockt auf der Matratze, den Laptop auf den Knien, die Bettdecke im Rücken. Er wirkt deprimiert. Aber dafür ist er schließlich berühmt. „That’s why I get out of the bed in the morning“, hat Vittorio Brodmann (*1987) das Porträt dieses Comichunde-Klassikers betitelt, der in den 1940er-Jahren den phlegmatischen Gegenpart zu Disneys hyperaktiven Zeichentrickoptimisten gab. Brodmann, der an der ZHdK studierte, kürzlich seinen Abschluss an der Genfer Haute Ecole d’Art et de Design gemacht hat und derzeit zwischen Zürich und Wien pendelt, hatte schon immer einen Hang zum Absurden. Vor rund drei Jahren machte er – unter anderem im von ihm mitbegründeten Off-Space „Paloma Presents“ – mit wüsten abstrakten Bildräumen auf sich aufmerksam, durch die er im schönsten Albert-Oehlen-Style der frühen Achtziger Fabrikarchitekturen, Nudelhölzer oder kubistische Körperfragmente stürzen ließ. Kürzlich, an der Ausstellung zum ZKB-Kunstpreis im Rahmen der Zürcher Messe Kunst 11, bündelte er das Slapstickhafte und den kunsthistorisch informierten, parodistischen Humor seiner Malerei dann in einer Multimedia-Installation mit in altmeisterlicher Technik gemalten Cartoonbildern und einer Video-Breakdance-Perfor­man­ce, die sich in der Zusammenschau als eine gut gelaunte Party unterschiedlichster Referenzen aus Kunst, Pop, Trash und Street Culture präsentierte – und promt den Preis gewann. Zu Recht.