04/07/20

Landpartie - Teil 1

Nach viel zu viel Zeit zuhause wagt sich jetzt auch die Kunst wieder nach draußen. Ein guter Grund, ihr zu folgen. Hier stellen wir Ihnen die schönsten Ausflugsziele vor.

von red.

weiertal.jpg

 Kathrin Bänziger, Green, 2020, Installationsansicht Kulturort Weiertal, courtesy the artist
Alles im grünen Bereich?
Kulturort Weiertal

Als das Motto der Freiluftausstellung in Weiertal ausgeschrieben wurde, ahnten wir noch nichts von den pandemischen Zuständen in diesem Frühjahr. Hand aufs Herz, die Beschränkungen in Mitteleuropa zur Eindämmung des Virus waren mild, denn uns stand die Natur offen. Wer spazieren gehen konnte, tat es und erfuhr die beruhigende Wirkung des Grüns. Soweit also alles im grünen Bereich, selbst wenn sich die Gesellschaft längst im roten Bereich befand. Kuratorin Maja von Meiss wollte mit der Gegenüberstellung von grünem und rotem Bereich aufmerksam machen, auf die Diskrepanz unseres Freizeitverhaltens und der Zerstörung von Natur. Nun unter dem Zeichen des Corona-Virus ist dies neuralgischer als zuvor. Doch Natur ist eben mehr als ein Erholungsraum, der unsere Widerstandskraft gegenüber Krisen stärkt, der Mensch ist Teil der Natur, die ganz gut ohne ihn könnte. Im Gegensatz zum Menschen.

Es ist also zu hoffen, dass wer in den letzten Monaten Entspannung in der Natur fand oder eben Inspiration in dieser Freiluftausstellung findet, sensibler auf die menschlichen Auswirkungen auf die Umwelt reagiert und Verantwortung übernimmt. Denn alles hängt mit allem zusammen. Seit 2001 werden im Winterthurer Weiertal regelmäßig Freiluftausstellungen organisiert. Dafür wurde von Meiss mit dem Kulturpreis der Stadt Winterthur ausgezeichnet,  den sie für diese Ausstellung verwendete. Die Schau hinterfragt mit gut 30 Arbeiten von Schweizer Kunstschaffenden unser Verhältnis zur Natur auf sehr konkrete Weise. Manon etwa hat Plaketten an Bäumen angebracht, die einmal nicht über den botanischen Namen informieren. Und nicht grundlos befassen sich unter anderem die Arbeiten von Maria Knecht-Zemp, Sabina Gnädinger und Veronika Dierauer mit dem Plastik, das mittlerweile noch an dem letzten Winkel der Erde zu finden ist.  


Kulturort Weiertal
Winterthur

Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Samstag 14.00 bis 18.00 Uhr, Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr.
Bis 13. September 2020.
Galerie Weiertal

 

Marco Schuler
Staufen

Nein, ein Rebhäuschen ist das nicht. Nach einer guten Weile auf dem Belchen ist der Orbi von Marco Schuler (*1972) nun auf dem Staufener Schlossberg gelandet, am Fuße der Reben. Dort hat der charakteristische Holzkubus des Mauchener Künstlers nun für zehn Jahre einen festen Standpunkt gefunden. Also vom Berg mittenrein ins Markgräflerland. Grund genug, das Fundament zu begrünen.

Je nachdem, wie man sich der Staufener Burgruine nähert, verändert sich auch die Perspektive auf den Orbi. Die Landmarke wird zu einem der Burg vorgelagerten Wächter, der aus allen vier Öffnungen die Landschaft im Blick hat. Oder doch zu einem Modell und etwas, das man selbst aus allen Himmelsrichtungen im Auge hat, offen für Interpretationen. 
Marco Schuler

 

Werk Raum Thiel
Marktoberdorf

Der Stuttgarter Wolfgang Thiel bringt für dieses Ausstellungsprojekt einiges mit. Er ist Bildhauer, Keramiker, Maler, Gartenarchitekt und Bühnenbildner. Die Versuchung war also groß, sich nicht nur auf den Kunstverein Marktoberdorf zu konzentrieren. So sind seine Werke nun auch in der Innenstadt, in Schaufenstern und Gärten zu sehen.


9. Juli bis Herbst 2020.
Kunstverein Marktoberdorf


Schlosslichtspiele
Karlsruhe

In Karlsruhe meidet man derzeit noch größere Menschenansammlungen, so dass man sich die diesjährigen Schlosslichtspiele ganz bequem als Couchpotato von zuhause ansehen kann. Auch die Eröffnung am 5. August wird als Web Projecting Mapping gesendet. Mit dabei ist in diesem Jahr erneut das ungarische Künstlerkollektiv Maxin10sity.


5. August bis 13. September 2020.
Schlosslichtspiele