06/12/19

Jahresgaben

Falls Sie noch Geld in der Tasche haben: viele Kunstvereine hätte da Ideen...

von red.

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Hélène Fauquet, Untitled, 2018, courtesy the artist, Kunstverein Nürnberg
Wenn sich aktuell die Jahresschauen geradezu flächendeckend über die Ausstellungshäuser ausbreiten, gibt es ein Pendant dazu, das nicht ganz so raumgreifend ist, aber nicht minder interessant: die Jahresgabe. Platz ist in den Kunstvereinen dafür noch in der letzten Ecke. Das Jahresende ist traditionellerweise der Aufbesserung des Budgets gewidmet. Und das gleich in doppelter Hinsicht: sowohl die Kunstschaffenden als auch die Häuser sollen endlich einmal die Löcher in ihren Kassen füllen können. So sind die meisten Jahresausstellungen – wie etwa die Regionale im Dreiländereck – ursprünglich aus Verkaufsausstellungen der Mitglieder hervorgegangen. Was der Termin am Jahresende den Kunstvereinen als Vorteil einbringt – obgleich es davor ja auch schon mal klamm zugehen kann – ist, dass sie im Dezember die Ernte des Kunstjahres einfahren können. Anhand der Jahresgaben lässt sich noch einmal auf das Programm des zu Ende gehenden Kunstjahres schauen.

Dass sich gegen Jahresende auch die Mitgliederanträge in den Kunstvereinen häufen, ist kein Zufall. Der Erwerb von Jahresgaben ist ein Angebot, das ausschließlich Mitgliedern vorbehalten ist. Wer sich das gesamte Jahr mit zeitgenössischer Kunst befasst, hat auch nichts dagegen, sie zuhause an der Wand hängen zu haben. Zumal Kunstvereine die Arbeiten günstiger als der Markt anbieten. Das hat viel mit dem Profil und der Aufgabe der Vereine zu tun, zeitgenössische Kunst zu zeigen, bevor sie allgemein anerkannt sind.

Es wird also spannend in den letzten Wochen des Jahres, mit welchen künstlerischen Arbeiten die Kunstvereine so aufwarten. Der Kunstverein Nürnberg etwa ist reich bestückt. So hat er eine Lithografie des Schweizer Künstlers Vittorio Brodmann im Angebot, und auch Arbeiten von Hélène Fauquet und Rodrigo Hernández stehen zu Verkauf. Im Kunstverein Freiburg hingegen warten unter anderem Aquarelle von Amy Lien & Enzo Camacho und von Berthold Reiß auf kaufinteressierte Kunstliebhaber. Es lohnt sich zudem, einen Blick auf ältere Arbeiten zu werfen.

Natürlich haben auch Galerien und Kunsthallen Editionen und Multiples für sich entdeckt. Insbesondere von Kunstschaffende geführte Projekträume wie etwa der Basler Off-Space Hebel 121 eröffnen vor Weihnachten mit Accrochagen und T-Shirt-Ausstellungen. Aber auch die Kunsthalle Basel hat einen gut bestückten Fundus an Editionen zeitgenössischer Kunst.             

 

 




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