05/12/18

Dimitra Charamandas

Damit Dinge ihre feste Form verlieren, müssen sie ins Wanken geraten

von red.

*1988 in Solothurn, lebt und arbeitet in der Schweiz und in Griechenland

Bereits die Bewegung auf der Karte hilft mir, meinen Standpunkt zu überdenken, mich aus einer Starre zu lösen. Sobald ich beginne, mich zu bewegen, geraten die Dinge ins Wanken, auf eine gute Art. Und sobald die Dinge ins Wanken geraten, verlieren sie allmählich ihre feste Form. Durch die Loslösung von Altbekanntem selbst die Form zu verlieren, an einem bestimmten Punkt gar für einen Moment formlos zu sein, ist ein Risiko, es braucht Mut. Aber diesen Zustand der Schwebe auszuhalten macht es auch möglich, auf neue Formen zu stossen. Das freie Spiel in dem, was uns umgibt, es beginnt mit dem Blick unter die Decke, mit dem Suchen neben ausgetretenen Pfaden. Mit dem Entwickeln eigener Gedanken zu Prozessen und Mechanismen, zur Geschichte und den Mythen, vor dem lediglichen Wiedergeben. Es ist ein schmaler Grat zwischen Orientierung und Wagnis, zwischen festem Tritt und Sprung, durch den sich das Unbekannte öffnet.

In der Arbeit „When I move I move” wird der/ die Betrachterin durch die eigene Bewegung, durch das Dazwischentreten zum Teil der Landkarte, ein neues Bild entsteht durch einen Schritt zurück oder das Nähertreten. Das grössere Bild, seine Verortung, die Kanten werden fassbar. Es besteht die Gefahr der direkten Spiegelung, aber auch die  Möglichkeit, sie zu durchschauen.

 

34. Kantonale Jahresausstellung der Solothurner Kunstschaffenden.
Kunstmuseum Solothurn
Werkhofstr. 30, Solothurn.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11.00 bis 17.00 Uhr, Samstag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr.
Bis 6.1.2019

 

 

 

 

 




Dimitra Charamandas