17/12/18

Philipp Leissing

Der österreichische Künstler interessiert sich für die Architektur im Spielfilm

von red.

*1983 in Bregenz, lebt und arbeitet in Wien

Grundlage für das zweistündige Video bildet der Spielfilm „Playtime” (1967, Regie: Jacques Tati). Aus dem Film wurden mittels Photoshop alle Personen ausgeschnitten und durch eine halbautomatische Funktion mit umliegender Bildinformation gefüllt. Durch das Wegnehmen der am wichtigsten scheinenden Bildinformation – den Prota­gonisten selbst – wird eine Art „Rollentausch” evoziert. Die im Hintergrund befindlichen Gebäude, Innenräume und Gegenstände, die quasi die Bühne des Films sind, bekommen nun die volle Aufmerksamkeit.

Welche Rolle spielt Architektur im Film? Was könnte in einem zweidimensionalen Bild in den Räumen hinter den Protagonisten oder außerhalb des Bildausschnittes passieren? Was macht ein Computerprogramm, wenn es unpräzise oder falsche Anwei­sungen vom Benutzer erhält?

Ein weiterer Anhaltspunkt ist die aktuelle Diskussion zum Thema Bildrechte von Kunst- und Kulturobjekten im öffentlichen Raum und weiterführend in Fotografie, Film und Internet. Die Einschränkung der Panoramafreiheit wurde in Österreich zwar abgewendet, durch das Internet steht hier aber auch die Kunst vor einem globalen Problem.

Bearbeitet wurden rund 8.000 Einzelbilder (entspricht einem Bild pro Sekunde). Die Zwischenbilder wurden interpoliert, wodurch ein neuer Rhythmus unabhängig vom ursprünglichen Schnitt entsteht. 

Heimspiel 2018.
Kunst Halle St. Gallen
Davidstr. 40. St. Gallen.
16. Dezember 2018 bis 10. Februar 2019.

 

 




Philipp Leissing