11/07/18

Landpartie Teil 2

Wenn der Sommer naht, wagt sich auch die Kunst nach draußen. Ein guter Grund, ihr zu folgen. Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen die schönsten Ausflugsziele vor

von red.

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Florian Graf, Ways to the Plaxe, 2018, Installationsansicht im Park von Hofgut Mapprach, Foto: Gina Folly

Florian Graf
Hofgut Mapprach

Wenn Spaziergänger in diesem Sommer auf dem Hofgut Mapprach einen Eremiten treffen werden, sollte es sich um Ornamental Hermit aka Florian Graf handeln, der gern zum Gespräch bereit ist. Graf, der 1980 in Basel geboren wurde und gleichermaßen Kunst wie Architektur studiert hat, nimmt die Idee des englischen Gartens ernst, in dem sogenannte Schmuckeremiten quasi zum lebenden Inventar gehörten. Mitte des 18. Jahrhunderts erwarb der Basler Kaufmann und Bankier Johann Heinrich de Jacob Zaeslin den Hof im Kanton Baselland und gestaltete das Areal um. Heute steht die Parkanlage unter Denkmalschutz. Florian Graf hat einen Rundweg mit 17 Stationen konzipiert, der die Natur mit der Kultur und der Landwirtschaft verbindet (s. Foto).  

11. August bis 8. September 2018.
Mapprach


Landesgartenschau
Lahr

In Lahr begnügt man sich nicht damit, die Natur zum Gedeihen zu bringen. Unter dem Motto „wächst. lebt. bewegt“ war seit Beginn der Planungen zur diesjährigen Landesgartenschau die Kunst einbezogen. In Lahr ist sie nun beim Park und beim Seepark zu finden und bildet eine feste Größe, während sich rundherum die Pflanzenwelt im Wechsel der Jahreszeiten verändert. Da kann es passieren, dass am See eine riesige Krake ihre Fangarme ausstreckt, bemalte Segeltücher im Wind flattern oder blaue Schafe auf der Weide stehen. Blau, da die Kunst an der Landesgartenschau einem Farbkonzept folgt. Doch die Schau zeigt auch, wie Architektur, insbesondere ökologische, Gärten beleben kann. Man kann die Arbeiten der 24 Künstlerinnen und Künstler, die überwiegend aus der Region stammen, beiläufig oder systematisch entdecken. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten des Ettenheimer Künstlers Heinz Treiber und des Bildhauers Armin Göhringer.

Bis 14. Oktober 2018.
Landesgartenschau Lahr



Grenzenlos
Kulturort Weiertal

Es fällt schwer, im Kulturort Weiertal nicht den Ort selbst zu feiern. So gibt es nicht nur Kunst im Garten und an den Ausstellungsorten zu entdecken, am 7. Juli findet auch ein Sommerfest mit Grill, Konzertaufführungen und Performances statt. Und samstags ziehen während der Sommermonate gar Pleinair-Maler in den Garten, um diesen auf seine Eignung zum Pittoresken zu testen. Das Motto „Grenzenlos“, unter dem in diesem Jahr die Kunst steht, darf wörtlich genommen werden, wurden doch 24 Künstlerinnen und Künstler aus den visarte-Verbände Basel, Graubünden und Liechtenstein ausgewählt. Unter anderem sind Flurina Badel & Jérémie Sarbach, Rut Himmelsbach, Matthias Aeberli und Matthias Frey beteiligt.

Bis 9. September 2018.
Skulpturen Biennale
Galerie Weiertal


Museum Bruder Klaus
Sachseln

Das Museum Bruder Klaus in Sachseln ist in einem besonderen Gebäude untergebracht. Es wurde 1784 von Peter Ignaz von Flüe erbaut, der direkt mit Niklaus von Flüe verwandt war und dessen Wirken sich das Museum verschrieben hat. In diesem Sommer soll einmal nicht der spätmittelalterliche Mystiker und Asket im Mittelpunkt stehen, sondern das Haus selbst, das weitgehend original erhalten ist und zu dem ein Ökonomiegebäude und ein barocker Garten gehören. „Haussichten“, so der Titel der Ausstellung, wird nicht allein Geschichten aus dem Leben seiner früheren Bewohner erzählen. sondern macht die Ausstellungsräume zum Objekt selbst und betont so architektonische und kulturgeschichtliche Besonderheiten. Acht Künstlerinnen und Künstler, unter anderen Celia & Nathalie Sidler, Navid Tschopp und Andrina Jörg, haben sich mit dem Gebäude befasst und Werke und Interventionen geschaffen. Sie präsentieren Tonschalen, setzen sich mit sich wiederholenden abstrakten Mustern im Haus auseinander. Oder sie schmuggeln Nutzpflanzen und künstliche Pflanzen in den französischen Garten.

Bis 1. November 2018.
Museum Bruder Klaus