02/11/17

Künstlerfreundschaften

Reibung und Ansporn. Sebastian Smee erzählt von besonderen Begegnungen

von Manuel van der Veen

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Zeile für Zeile, von Seite zu Seite, durch die Hochs und Tiefs außergewöhnlicher Freundschaften führt dieses Buch zu den Schlüsselmomenten von acht der bedeutendsten Malern der Moderne. Die Freundschaften zwischen Matisse und Picasso, Freud und Bacon räumen ganz nebenbei mit dem Mythos Talent auf. Es erzählt von Träumern und Traditionalisten, vom besseren Zeichner und dem lockeren Maler, von Wahnsinnigen und Bodenständigen und letztlich von Freundschaften und Abhängigkeiten. Die Abbildungen sind spärlich, doch die präzise Auswahl, welche eine eigene Narration bedient, und der kenntnisreiche Plauderton Sebastian Smees gleicht dieses Manko aus. Es sind Biografien besonderer Art. Sie kreisen, detailliert und mit viel Hingabe recherchiert, um Begegnungen, an denen sich die Künstler reiben und Ansporn finden. Und sie dehnen sich über das 19. und 20. Jahrhundert aus. Es sind Biografien eines Agon, eines Wettkampfes, der tiefe Einblicke in die Entscheidungen, Brüche und Herausforderungen gewährt, welche ein Leben für die Malerei bedingen. „Jeder wirklich denkwürdige Erfolg wird durch Überwindung einer Erschwernis errungen“ – davon erzählt dieses Buch und davon, dass dies meist nicht allein zu stemmen ist.

Sebastian Smee: Kunst und Rivalität, Insel Verlag, Köln 2017, 398 S., 26 Euro | ca. 37.90 Franken