25/10/17

Grüne Utopien

Jason Reblando porträtiert die Gartenstädte des New Deals

von Annette Hoffmann

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Teens in Front of Community Center, Greenbelt, Maryland, © Jason Reblando
Es ging nicht ohne Pathos. Der Ökonom Rexford Tugwell appellierte an den Geist der Siedler, die Amerika eroberten. Die Gartenstädte, die er entwarf, waren Teil des New Deals von Franklin D. Roosevelt. Die verarmten Städter sollten hier ebenso ein neues Heim finden wie die obdachlos gewordenen Farmer des Dust Belt. Doch von Beginn an stockte das Vorhaben, es fehlte an Geld und den geeigneten Maschinen, so dass es zu Bauverzögerungen kam. Lediglich drei dieser Städte wurden mit deutlich weniger Wohneinheiten verwirklicht. Jason Reblando hat sie gut 75 Jahre nach ihrer Gründung besucht und Aufnahmen gemacht, die etwas von der Matrix dieser Sied­lungen erzählen: den Gemeinschaftsräumen, dem Grün und den Gärten, die den Bewohnern eine Grundsicherung bieten sollten. Man sieht den Farbaufnahmen an, dass das Private heute über die Gemeinschaft gestellt ist, aber dass sich über die Jahrzehnte doch etwas vom utopischen Geist erhalten hat. Die Kritik am sozialen Wohnungsbau war derart groß, dass um die 50 Fotografen in den 1930er Jahren beauftragt wurden, das Leben dort zu dokumentieren. Dann wurde die verantwortliche Behörde in die Farm Security Administration eingegliedert, wo bekanntlich ab Mitte der 1930er Jahre Fotografiegeschichte geschrieben werden sollte. 

Jason Reblando: New Deal Utopias, Kehrer Verlag, Heidelberg 2017, 208 S., Englisch, 39,90 Euro | 54.90 Franken