24/10/17

Bilder aus einem Land von rauher Schönheit

Seit 40 Jahren bereist Steve McCurry Afghanistan und hat jetzt einen Fotoband herausgegeben

von Peter Blöcher

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Steve McCurry, Bamiyan, 2003 (l.); Kabul, 2006, © Steve McCurry
Die Bilder von Afghanistan, die wir in unseren Köpfen haben, sind keine schönen Bilder. Es sind Bilder von Krieg, Zerstörung und Flucht. Bilder von Menschen, die zerrieben werden vom Terror ethnischer und religiöser Konflikte. Der US-amerikanische Fotograf Steve McCurry zeigt uns in einem opulenten Bildband neben faszi­nierenden Landschaftsaufnahmen in eindrücklichen Porträts die Gesichter dieser Menschen. Seit fast 40 Jahren bereist er Afghanistan – begeistert von der rauhen Schönheit des Landes und seinen Bewohnern – und dokumentiert in erschütternden Aufnahmen den Kampf der Mudschahedin gegen die sowjetische Be­satzungsmacht in den 1970er Jahren, den Bürgerkrieg der 1990er Jahre, das Terrorregime der Taliban. Weltweite Berühmtheit erlangte er in der 1980er Jahren mit dem Porträt „Afghan Girl“, eines 12-jährigen Mädchens mit eindringlichen grünen Augen, das er in einem pakistanischen Flüchtlingslager entdeckte. McCurrys jüngste Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2016 und verströmen einen Funken Hoffnung für ein Leben nach der islamistischen Tyrannei.


Steve McCurry: Afghanistan, Taschen Verlag, Berlin 2017, 256 S., 59,90 Euro | 74.90 Franken