30/05/17

Landpartie II

Wenn der Sommer naht, wagt sich auch die Kunst nach draußen. Ein guter Grund, ihr zu folgen. Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen die schönsten Ausflugsziele vor

von red.

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© Andrea Badrutt
Bildstein / Glatz: Loop
Kartause Ittingen

Anders als bei ihrem Projekt 2009 in Arbon „So weit das Budget reicht“, als Bildstein/Glatz eine halbfertige Brücke in der Landschaft hinterließen, ist diesmal wohl genug Geld da. Aber auch der doppelte Loop, den Matthias Bildstein und Philippe Glatz vor der Kartause Ittingen auf der Wiese bauen, wird nicht funktionstüchtig sein. Das schweizerisch-österreichische Duo lässt die Dynamik, die ihre Arbeiten suggerieren, subversiv ins Leere laufen. Sie geben sich den Anschein von Stuntmen und veröffentlichen ihre Ausstellungen als Tourdaten, doch geht es Bildstein/Glatz vor allem um das Gedankenspiel.  

Bis 30. September 2017.
Kunstmuseum Thurgau


Arte Albigna
Val Bregaglia

Das Albigna-Region ist künstlerisch gesehen kein weißer Fleck – nicht nur Segantini und Giovanni Giacometti wirkten dort auch zeitgenössische Kunst steht hier immer wieder im Fokus. Arte Albigna ist bereits das dritte Projekt des Vereins Progetti d’arte. In diesem Jahr folgt die Kunst den Wegen in der Albigna-Region zwischen 1200 und 2500 Höhenmetern entlang der Talstation, der Staumauer und der SAC-Hütte Capanna da l‘Albigna. Künstlerinnen und Künstler wie Isabelle Krieg, Jules Spinatsch sowie Roman Signer und Pipilotti Rist greifen in ihren Arbeiten das Verhältnis zwischen Natur und Technik, Alpinismus und Energiegewinnung auf. 

2. Juli bis 30. September 2017.
Arte Albigna


Zur frohen Aussicht
Ernen

Ernen ist pittoreske Holzhäuser, Bauerngärten, Dorfbrunnen, Geranien, glückliche Hühner, die vermutlich ältesten Tellfresken der Schweiz, viel Berge und Natur auf gut 1200 Metern. Gerade einmal ein bisschen über 500 Menschen leben in dem Dorf im Wallis. Man sollte sich das Leben dort aber nicht als allzu kulturfern vorstellen, der Pianist György Sebök hat hier bereits Meisterkurse und Donna Leon eine Schreibwerkstatt angeboten. Es gab also eine gewisse Tradition, an der Josiane Imhasly anknüpfen konnte, als sie vor zwei Jahren das Kunstprojekt „Zur frohen Aussicht“ initiierte. Dieses Jahr soll es zum zweiten Mal stattfinden, beteiligt sind unter anderem Celia und Nathalie Sidler und Thomas Julier. Nicht wenige der jungen Künstler kennen das Dorfleben aus eigener Anschauung.

9. Juli bis 24. September 2017.
Zur frohen Aussicht


Museum Bruder Klaus
Sachseln

Sind nicht alle Landpartien säkularisierte Pilgerfahrten? Wenn ja, dann kann man im Kanton Obwalden zu ihrem Ursprung vorstoßen. In Sachseln widmet sich das Museum Bruder Klaus, das in einem barocken Haus aus dem Jahr 1784 untergebracht ist, dem Wirken des Schweizer Nationalheiligen. Geboren wurde Niklaus von Flüe vor 500 Jahren. Dass er 1487 als Mystiker und Einsiedler sterben sollte, darauf wies bis zu seiner Lebensmitte nichts hin. Niklaus von Flüe war Familienvater, Bauer, Richter und Politiker, 1465 zog er sich vom öffentlichen Leben zurück, ging erst auf Pilgerfahrt, dann ließ er sich in einer Einsiedelei bei Sachseln nieder. Im Zentrum seiner Mystik steht ein Meditationsbild, auf dem er die Dreifaltigkeit als Rad abgebildet hat. Eben dieses Rad ist der eigentliche Mittelpunkt der Ausstellung „Ins Zentrum: Radbilder und Räderwerke”, an der Künstlerinnen und Künstler wie Roman Signer, Jean Mauboulès und Andrea Wolfensberger beteiligt sind. Der Basler Künstler Jan Hostettler hat sich von der Pilgerfahrt inspirieren lassen und ist nach Sachseln gewandert.

Bis 1. November 2017.
Museum Bruder Klaus


Hans Josephsohn
Kloster Schönthal

In der ehemaligen Kirche und im Hof des im 17. Jahrhundert säkularisierten Klosters Schönthal sind in diesem Sommer ausgewählte Skulpturen und Reliefs des 2012 verstorbenen Schweizer Bildhauers zu sehen. In sich ruhend, deep, passend zum Ort.

Bis 5. November 2017.
Schönthal


Schlosslichtspiele
Karlsruhe

Die repräsentative Wirkung eines Schlosses wussten schon die Barockfürsten zu inszenieren. Seit drei Jahren wird die Fassade des Karlsruher Schlosses für große Projektionen genutzt. In diesem Jahr hat das ZKM neue Formen der Architektur als Thema ausgegeben. Hani Rashid und Lise Anne Couture können für einen solchen Wandel stehen, während das ungarische Kollektiv Maxin10sity die Fassade in ein Urmeer verwandelt.

3. August bis 10. September 2017.
Schlosslichtspiele
ZKM