13/02/17

Die Zukunft integrieren

Die HfG Karlsruhe feiert ihr 25-jähriges Bestehen mit Entwürfen für das 21. Jahrhundert

von red.

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Studierende posieren vor der großen Plakatwand im Lichthof der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Anlehnung an Raffaels Gemälde „Die Schule von Athen”, Foto: Evi Künstle, HfG Karlsruhe
Ein Festakt zum 25-jährigen Bestehen mit Apéro und Blick zurück liegt nicht unbedingt in der Matrix der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Die HfG feiert ihr Jubiläum stattdessen mit einer Konferenz mit dem Titel „Möglichkeitsräume – wie können Kunst & Design im 21. Jahrhundert erforscht und gelernt werden?“ Die Nähe zwischen Theorie, Ausstellen und Forschen ist der Karlsruher Institution eingeschrieben. Als am 15. April 1992 die HfG gegründet wurde, gingen auch im benachbarten ZKM die Lichter an. Gründungsdirektor Heinrich Klotz hatte eine enge Verbindung von Lehr-, Forschungs- und Ausstellungsinstitution im Sinn, um die damals neue Medientechnologie und die elektronischen Herstellungsverfahren in den Kunstbegriff zu integrieren. Entsprechend kann man in Karlsruhe nicht nur Ausstellungsdesign sowie Szenografie, Kommunikationsdesign, Medienkunst und Produktionsdesign studieren, sondern auch Kunstwissenschaft und Medienphilosophie. Klotz legte die Latte hoch. Nichts Geringeres als ein „elektronisches Bauhaus“ sollte die Hochschule für Gestaltung Karlsruhe werden.

Die zweitägige Konferenz will sich nicht den Anschein des Akademischen geben und ist dann doch ziemlich akademisch. Auch wenn jeweils am Ende des Tages künstlerische Interventionen vorgesehen sind. Es ist ein breites und zudem ziemlich globales Feld, das HfG-Rektor Siegfried Zielinski zusammen mit Daniel Irrgang und Ali Gharib beackert hat. Die Ghanaerin Jaqueline Nsiah etwa wird die Thesen über afrikanische Rückkehrer ihrer Berliner Masterarbeit und eigene Erfahrungen vorstellen. Irit Rogoff wird über den zeitgenössischen Arbeitsbegriff sprechen, während die mexikanische Kunsthistorikerin Karla Jasso über das Missverhältnis zwischen der prekären Situation Mexikos und dem Ausbau von Ausbildungsprogrammen für kreative Berufe referieren wird.

Überhaupt widmet sich ein Großteil der Referentinnen und Referenten pädagogischen Fragen und solchen der Universitätsausbildung. Die Tagung steht unter dem Ehrenvorsitz von Hans Belting, der als Professor am Institut für Kunstwissenschaften und Medientheorie von 1992 bis 2002 die HfG mitgeprägt hat. Die Ergebnisse werden in einem Buch veröffentlicht.  

 

Möglichkeitsräume / Potential Spaces: Wie können Kunst & Design im 21. Jahrhundert erforscht und gelernt werden?
Konferenz an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe vom 16. bis 18. Februar 2017. Die Veranstaltung ist öffentlich und findet in englischer Sprache statt.

Weitere Infos unter HfG Karlsruhe