09/12/16

Urs August Steiner

Der Züricher Künstler nimmt auseinander, um wieder zusammenzusetzen

von red.

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Urs August Steiner, Happy Landing, 2015, Installationsansicht Kunsthaus Glarus
Wenn im November die traditionellen Jahresschauen der regionalen Kunstszenen eröffnen, dürfte es wieder eng werden – nicht nur an den Vernissagen-Partys, sondern auch an den Wänden der rund 40 beteiligten Ausstellungshäuser. Über 500 Künstlerinnen und Künstler wurden in diesem Jahr von den Jurys ausgewählt, um ihre Arbeiten zu präsentieren.

Doch was genau ist es eigentlich, was wir da zu sehen bekommen? Worum geht es den Künstlerinnen und Künstlern? Was treibt sie an? Um das herauszufinden, baten wir zehn Kunstschaffende, die uns in der letzten Zeit aufgefallen sind, etwas über die Arbeiten zu erzählen, mit denen sie sich am diesjährigen Panorama der Jahresausstellungen beteiligen.  

 

Urs August Steiner

*1980 in Uznach, lebt und arbeitet in Zürich

Elemente von Filmen und Fernsehserien, der digitalen Welt sowie der Zukunftsforschung setze ich in räumliche Bezugssysteme. Dafür isoliere ich einzelne Bilder, Tonspuren oder wissenschaftliche Fakten, um sie zu rekontextualisieren und in neue Formen, Materialien und Konfigurationen zu übersetzen. 

Ausgangspunkt einer Arbeit ist dabei oft ein Film oder eine Fernsehserie, die einem breiten Publikum bekannt und dadurch im kollektiven Bewusstsein verankert ist. Mich interessiert sowohl der filmische Plot wie auch einzelne Szenen, Tonspuren oder Elemente der Filmarchitektur. Für meine Arbeiten zerlege ich diese Materialien in Einzelteile – wie ein Uhrmacher eine Uhr –, um zu verstehen, warum etwas ist, wie es ist und nicht anders. Liegt die Uhr in ihren Einzelteilen vor mir, suche ich nach Wegen, die Teile anders wieder zusammenzusetzen oder mit neuen Elementen zu kombinieren, um sie dann in raumgreifende Anordnungen mit minimalen und geometrischen Grundstrukturen zu übersetzen. Zentrale Themen, die ich mit dieser Vorgehensweise bearbeite, sind die Beziehungen von Bild und Ton, von Raum und Zeit. 

 

— Kunstschaffen Glarus / Fokus-Preis, 11.12.2016 bis 29.1.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Urs August Steiner