07/12/16

Alexander Jaquemet

Auf der Suche nach dem Augenblick jenseits Zeit und Raum

von red.
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Alexander Jaquemet,  Aquarelle, 2013-16, Courtesy the artist
Wenn im November die traditionellen Jahresschauen der regionalen Kunstszenen eröffnen, dürfte es wieder eng werden – nicht nur an den Vernissagen-Partys, sondern auch an den Wänden der rund 40 beteiligten Ausstellungshäuser. Über 500 Künstlerinnen und Künstler wurden in diesem Jahr von den Jurys ausgewählt, um ihre Arbeiten zu präsentieren.

Doch was genau ist es eigentlich, was wir da zu sehen bekommen? Worum geht es den Künstlerinnen und Künstlern? Was treibt sie an? Um das herauszufinden, baten wir zehn Kunstschaffende, die uns in der letzten Zeit aufgefallen sind, etwas über die Arbeiten zu erzählen, mit denen sie sich am diesjährigen Panorama der Jahresausstellungen beteiligen.  

 

Alexander Jaquemet

*1978 in Biel/Bienne, lebt und arbeitet in Erlach

Mich interessieren Zustände, welche im Übergang sind, nie eindeutig, ja auch solche, die sich gleich wieder zu entziehen drohen. Wichtig für die Atmosphäre meiner Fotografien ist das Licht, also jenes Elixier, das die Fotografie seit Beginn zu ihrem Instrument machte: die Lichtzeichnung.

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Alexander Jaquemt, Lichtungen, 20014-16, Courtesy the artist
Auf der Suche nach einer Befreiung vom zeitlichen und räumlichen Augenblick, der der Fotografie fest eingeschrieben ist, begegnete ich dem Aquarell. Auf meinen Reisen in Norwegen, Finnland, Frankreich, Marokko und der Schweiz erarbeitete ich mir ein aquarellistisches Gedächtnis. Das Format wählte ich in einem mir vertrauten Format: 6x7 Zentimeter, das entspricht der  Negativgrösse einer Mittelformatkamera.

Der Vorgang, zu einem Bild zu kommen, ist mit dem Aquarell nicht mehr durch den richtigen Moment am richtigen Ort bestimmt, vielmehr ist es möglich, Gesehenes auch im Nachhinein nochmals aufleben zu lassen. Ich halte also keine konkreten Orte fest, sondern erinnerte und gefühlte Landschaften, Farben oder Formen. Das Aquarell ist so eine Grenze, an der ich gerne entlang gehe, weil ich mich zwischen Fotografie und Malerei, Gefühl und Tatsachen bewegen kann.

 

— Cantonale Berne Jura, Kunstmuseum Thun, 10.12.2016 bis 22.1.2017, und Stadtgalerie Bern, 16.12.2016 bis 28.1.2017

 




Aleander Jaquemet