06/12/16

Olga Jakob

Die in Köln lebende Künstlerin schätzt an Stoffen ihre Unmittelbarkeit

von red.

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Olga Jakob, Parachute, 2016 (l.), Ausstellungsansicht Kunstverein Offenbach, 2016 (o.l./r.), Courtesy the artist
Wenn im November die traditionellen Jahresschauen der regionalen Kunstszenen eröffnen, dürfte es wieder eng werden – nicht nur an den Vernissagen-Partys, sondern auch an den Wänden der rund 40 beteiligten Ausstellungshäuser. Über 500 Künstlerinnen und Künstler wurden in diesem Jahr von den Jurys ausgewählt, um ihre Arbeiten zu präsentieren.

Doch was genau ist es eigentlich, was wir da zu sehen bekommen? Worum geht es den Künstlerinnen und Künstlern? Was treibt sie an? Um das herauszufinden, baten wir zehn Kunstschaffende, die uns in der letzten Zeit aufgefallen sind, etwas über die Arbeiten zu erzählen, mit denen sie sich am diesjährigen Panorama der Jahresausstellungen beteiligen.  

 

Olga Jakob

*1985 in Kiew, lebt in Köln

An eine Idee anknüpfen, beim Gespräch den Faden verlieren, einen Gedanken weiterspinnen, sich in Argumenten verstricken. Unsere Sprache ist voller Bilder von einer der urältesten menschlichen Kulturtechnik“, sagt Christiane Lange, die Leiterin der Staatsgalerie Stuttgart.

 Mein Fokus liegt besonders auf Textilien. Mit keinem anderen Material ist der Mensch täglich so lange in Berührung. In dieser Distanzlosigkeit sehe ich eine Stärke, da es eine Vertraulichkeit und Selbstverständlichkeit mit sich führt. Diese Unmittelbarkeit des Materials ist Ausgangspunkt für mein künstlerisches Handeln. Das Textile ist eine Weltsprache im globalen Kontext. Dinge verketten sich miteinander und werfen stetig neue Fragen auf.

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Olga Jakob, Ohne titel, 2016, Courtesy the artist
Die Naht ‒ strukturbindende Verknüpfung für zuvor Getrenntes und gleichzeitig eine neue (Zeichen-)Struktur. Das Netz ‒ Metapher für Verbindungen, Vernetzungen, andererseits für das Gefangen sein. Dabei sind wir zugleich im Netz und außerhalb des Netzes, in den Maschen verfangen und durch die Maschen gefallen. Versteifung des Stoffes zu einem Relief ‒ das einer Hülle gleichkommt. Der Raum, das Dazwischen ist ein Möglichkeitsort.

 

— Regionale 17,

— Kunstverein Freiburg, 26.11.2016 bis 8.1.2017, und Kunst Raum Riehen, 27.11.2016 bis 20.1.2017

 

 

 

 

 




Olga Jakob