03/12/16

Esther Ernst

Die Schweizer Künstlerin erzählt in ihren Zeichnungen aus ihrem Alltag

von red.

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Esther Ernst, Selbstzitate, 2009 / 2015, 20-teilig, Courtesy the artist
Wenn im November die traditionellen Jahresschauen der regionalen Kunstszenen eröffnen, dürfte es wieder eng werden – nicht nur an den Vernissagen-Partys, sondern auch an den Wänden der rund 40 beteiligten Ausstellungshäuser. Über 500 Künstlerinnen und Künstler wurden in diesem Jahr von den Jurys ausgewählt, um ihre Arbeiten zu präsentieren.

Doch was genau ist es eigentlich, was wir da zu sehen bekommen? Worum geht es den Künstlerinnen und Künstlern? Was treibt sie an? Um das herauszufinden, baten wir zehn Kunstschaffende, die uns in der letzten Zeit aufgefallen sind, etwas über die Arbeiten zu erzählen, mit denen sie sich am diesjährigen Panorama der Jahresausstellungen beteiligen.  

 

Esther Ernst

*1977 in Basel, lebt in Berlin und Solothurn

Seit sechzehn Jahren führe ich ein gezeichnetes Tagebuch, in dem ich täglich autobiografische Alltagserfahrungen visualisiere: intime Anschauungen, unverblümte Wutausbrüche, Träume, Erinnerungen, Reflexionen, Behauptungen, Spekulationen und auch etliche Selbstportraits. Für die 20-teilige Zeichnungsserie „Selbstzitate“ greife ich erstmals auf diese Portraits zurück, löse sie aus ihrem Kontext und vergrössere sie massstabgetreu.

Die Kunstgeschichte ist voller Selbstbildnisse. Und seit Jahren kann man dem Selfie-Wahnsinn ungeniert auf der Strasse zugucken. Selbstdarstellung ist allgegenwärtig, auch in meinem Tagebuch. Die Portraits darin zeigen mich stets in einem markanten Gefühlszustand – brüllend, kotzend, mich schämend, als Hase mit Glück im Bauch oder aber total verwirrt.

 

— 32. Kantonale Jahresausstellung, Kunstmuseum Solothurn, bis 2.1.2017

— Regionale 17, Kulturwerk T66, Freiburg, 26.11. bis 23.12.2016

 

 

 

 

 




Esther Ernst