02/12/16

Deirdre O'Leary

Die in Basel lebende Künstlerin versteht Arbeitsprozesse als Denkprozesse

von red.

deidreoleary.jpg

Deirdre O’Leary, Die vorübergehende Tarnidentität, 2016
Wenn im November die traditionellen Jahresschauen der regionalen Kunstszenen eröffnen, dürfte es wieder eng werden – nicht nur an den Vernissagen-Partys, sondern auch an den Wänden der rund 40 beteiligten Ausstellungshäuser. Über 500 Künstlerinnen und Künstler wurden in diesem Jahr von den Jurys ausgewählt, um ihre Arbeiten zu präsentieren.

Doch was genau ist es eigentlich, was wir da zu sehen bekommen? Worum geht es den Künstlerinnen und Künstlern? Was treibt sie an? Um das herauszufinden, baten wir zehn Kunstschaffende, die uns in der letzten Zeit aufgefallen sind, etwas über die Arbeiten zu erzählen, mit denen sie sich am diesjährigen Panorama der Jahresausstellungen beteiligen.  

 

Deirdre O’Leary
*1989 in Fribourg, lebt und arbeitet in Basel

Arbeitsprozesse sind Denkprozesse, Momente der Ordnung, der Auf­hebung, der Ausführung und der Überraschung. Eine Arbeit ist stets im Begriff aufzubrechen und doch definiert und verstofflicht. Ich schaffe mir über Sprache und räumliche Anordnungen eine Struktur, um über die Vielfalt von Erscheinungsformen nachzudenken und anhand kleiner „Verschiebungen“ sie befragend zu reproduzieren. 

Bereits der Titel der Regionale 17-Schau in der Kunsthalle Basel „Beyond The Real“ schlägt vor, die Realität als durchlässig zu begreifen. Von mir werden dort Glasobjekte zu sehen sein. Für mich sind es Gefässe der Sprachen, eine Zusammenstellung, eine Ordnung, ein Zusammenhang. Wo Ordnungssysteme greifen, wird ein Spiel, eine Neuanordnung und somit Veränderung möglich. So verstehe ich künstlerische Arbeiten als Displays für Transformationen.

deirderolearytouch.jpg

Deidre O'Leary, Untitled (Touch), 2016, Foto: Deirdre O'Leary
Im Kunsthaus Langenthal wird in meinem Beitrag für die Cantonale Berne Jura fiktive Präsenz und Mythos propagiert. Die vor Ort entwickelte Installation bezeugt die Anwesenheit des weiblichen Narrativs J., die sich durch konstante Transformation auszeichnet. Zwei unvereinbare Gipsabgüsse ein und derselben weiblichen Skulptur werden zum Raum, zu einem Fest.

Mein Beitrag für das Centre PasquArt in Biel hingegen speist sich aus einem Dialog mit der Künstlerin Hannah Külling; ein Gespräch über Bojen, Ophélia und die guten Anfänge und über das Ende von Erzählungen.

Deidre O'Leary

 

— Regionale 17, Kunsthalle Basel, 26.11.2016 bis 8.1.2017

— Cantonale: Centre PasquArt, Biel, 4.12.2016 bis 15.1.2017

— Kunsthaus Langenthal, 8.12.2016 bis 15.1.2017